IG Metall im Südwesten fordert vier Prozent
Gesamtmetall verknüpft Tarifeinigung mit Arbeitszeiten

Einen Erfolg der anstehenden Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie verknüpfen die Arbeitgeber mit der Schaffung von mehr Spielräumen für flexible Arbeitszeiten. In Berlin sagte am Donnerstag der Präsident des Arbeitgeber- Verbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, das müsse ein Teil des Tarifabschlusses sein.

HB BERLIN/SINDELFINGEN. Angesichts der schwierigen Lage dürfe es nicht nur ums Geld gehen. Unabdingbar sei, die Flächentarifverträge um mehr Möglichkeiten zur Gestaltung der Arbeitszeit zu erweitern. Der Vorschlag der IG-Metall-Spitze für eine Forderung von bis zu vier Prozent mehr Geld sei unvorstellbar.

Auch die IG Metall im Südwesten geht mit der Forderung von vier Prozent mehr Einkommen für die knapp 800 000 Beschäftigten in die anstehende Tarifrunde. Das teilte der neue Bezirksleiter Jörg Hofmann am Donnerstag in Sindelfingen (Kreis Böblingen) nach der Sitzung der Großen Tarifkommission der Gewerkschaft mit. Die 150 Betriebsräte und Vertrauensleute beschlossen die Forderung mit zwei Gegenstimmen. Die erste Verhandlung findet am 15. Dezember statt.

Kannegiesser sagte: „Wir müssen im Park des Flächentarifvertrags mehr Gärten einrichten, die der betrieblichen Gestaltung offen stehen.“ Nötig seien Regelungen, die Firmen und Betriebsräten je nach wirtschaftlicher Lage Vereinbarungen zur Wochenarbeitszeit in einer Bandbreite von 35 bis 40 Stunden ermöglichen. Um Beschäftigung zu sichern, müsse die Leistungsfähigkeit erhöht werden. Dazu müsse die Arbeitszeit auch heraufgesetzt werden können.

Demonstrationen gegen Eingriffe in die Tarifautonomie

„Uns ist bewusst, dass wir der IG Metall viel zumuten“, sagte der Verbandspräsident. Auch um den Flächentarif zu erhalten, sei aber ein längeres Abwarten nicht vertretbar. Auf eine eigene Vorstellung der Arbeitgeber für einen verkraftbaren Lohnzuwachs wollte er sich nicht festlegen. Der Verteilungsspielraum sei aber „engstens begrenzt“. Die Laufzeit eines neuen Vertrages solle mindestens zwei Jahre betragen. Die IG Metall schlägt bisher ein Jahr vor.

Mehrere Tausend Metaller demonstrierten unterdessen im Saarland und in Kaiserslautern gegen mögliche Eingriffe in die Tarifautonomie. IG-Metall-Vize Berthold Huber hatte eine „Zuspitzung“ der Proteste angekündigt, um den Druck auf die Politik angesichts von Verhandlungen im Vermittlungsausschuss zu erhöhen. In Niedersachsen sind nach Angaben der Gewerkschaft von Montag an Proteste geplant, in Bayern und Schleswig-Holstein für Ende November und Anfang Dezember.

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