IG Metall kämpft gegen Mitgliederschwund
Extrawürste für Gewerkschaftsmitglieder

Nachdem der Mitgliederschwund bei der IG Metall anhält, geht die Gewerkschaft jetzt offenbar neue Wege. Erstmals wurden Tarifverträge abgeschlossen, die deutlich bessere Konditionen für Gewerkschaftsmitglieder vorsehen als für nicht organisierte Arbeitnehmer.

HB BERLIN. Der Sprecher des IG-Metall in Nordrhein-Westfalen, Wolfgang Nettelstroth, sagte am Sonntag, rund ein Dutzend in den vergangenen Wochen geschlossene Verträge in dem Tarifbezirk sähen für Mitglieder Sonderkonditionen wie höheres Entgelt, mehr Urlaub, bessere Altersvorsorge oder höhere vermögenswirksame Leistungen vor. Er bestätigte damit einen Vorabbericht der „Berliner Zeitung“, die den Bezirkschef der Gewerkschaft, Detlef Wetzel, mit den Worten zitierte: „Wir sehen nicht mehr ein, dass unsere Mitglieder entscheidend zum Tariferfolg beitragen und wie andere behandelt werden, die sich raushalten.“ Der Sprecher sagte, der Bonus sei für Fälle gedacht, in denen sich Firmen aus dem Flächentarifvertrag zurückziehen wollten.

Nach Nettelstroths Angaben handelt es sich bei den Verträgen um tarifpolitisches Neuland. Es habe bislang nur Verträge mit gesonderten Ansprüchen auf Bildung für IG-Metall-Mitglieder gegeben. Der Ansatz der Boni für ihre Mitglieder sei eine Art Modellversuch, der mit dem Bundesvorstand der Gewerkschaft abgestimmt sei. Er räumte ein, dass die Zusatzleistungen für die organisierten Arbeitnehmer in Zeiten des Mitgliederschwunds auch einen Werbeeffekt für die Gewerkschaft haben könne. Im Vordergrund stehe aber die Logik, dass das Mitgliederengagement in Tarifauseinandersetzungen honoriert werden solle.

Er bestätigte, dass die IG Metall mit einer Baufirma in Gummersbach einen Sanierungstarifvertrag aushandelte, der eine Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich vorsehe, wobei die 50 IG-Metall-Mitglieder unter den Beschäftigten jährlich je 100 € zusätzlich während der zweijährigen Laufzeit, insgesamt also 5000 € pro Jahr.

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