IG-Metall-Spitze empfiehlt
Lohnforderung von bis zu vier Prozent

Mit einer Forderung nach bis zu vier Prozent mehr Lohn und Gehalt soll die IG-Metall in die im Dezember startende Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie gehen. Das hat die IG-Metall-Spitze ihren Bezirken empfohlen. Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen.

HB FRANKFURT. Nach Beratungen in den regionalen Tarifkommissionen wird die endgültige Lohnforderung für die 3,4 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie am 27. November beschlossen werden. In die letzte Tarifrunde war die Gewerkschaft mit einer Forderung von 6,5 Prozent gegangen; der Abschluss hatte am Ende bei 4,0 Prozent und 3,1 Prozent in zwei Stufen gelegen.

„Unsere Forderung ist eine Forderung mit Augenmaß“, sagte der IG- Metall-Vorsitzende Jürgen Peters. „Sie passt in die Landschaft, unterstützt die zu erwartende Konjunkturerholung und trägt zu einem bescheidenen verteilungspolitischen Plus bei.“ Die Metall-Tarifrunde ist eine erste Bewährungsprobe für den neuen Vorstand der Industriegewerkschaft. Nach dem Scheitern des Streiks in Ostdeutschland und den Führungsquerelen will die IG Metall verlorenes Vertrauen ihrer rund 2,5 Millionen Mitglieder zurückgewinnen.

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hatte eine Forderungsempfehlung von vier Prozent und darüber als „außerhalb des überhaupt Erträglichen“ bezeichnet. Das sagte Hauptgeschäftsführer Hans Werner Busch der „Bild“-Zeitung (Montagausgabe). Richtschnur für die Arbeitgeber ist der Anstieg der gesamtwirtschaflichen Produktivität um 1,4 Prozent.

"Keine Verknüpfung von Lohnrunde und Arbeitszeit

Peters lehnte eine Verknüpfung der Lohnrunde mit einer Diskussion über verlängerte Arbeitszeiten erneut ab. „Gedankenspiele über eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche sind nicht nur verantwortunglos, sondern Sprengstoff für die Tarifbewegung“, sagte der IG-Metall-Chef. Unternehmenschefs und Verbandsvertreter hatten flexiblere Tarifabschlüsse und eine Wiedereinführung der 40-Stunden-Woche gefordert, um deutsche Firmen im internationalen Vergleich wettbewerbsfähiger zu machen. Nach Peters' Angaben würde dies mehr als 400 000 Jobs in der Branche kosten.

Gemäß dem traditionellem Ablauf der Tarifrunden stellt die Gewerkschaft ihre Forderung auf, und die Arbeitgeber legen nach den ersten Verhandlungsrunden ein Angebot vor. Am Ende steht in der Regel ein Kompromiss. Peters mahnte „schnelle, sachliche und konstruktive“ Verhandlungen an. In diesem Jahr müssen vom Tarifabschluss noch bis zu 1,39 Prozentpunkte für die Angleichung der Einkommen von Arbeitern und Angestellten abgezweigt werden, die in der letzten Tarifrunde vereinbart wurde. Die so genannte Friedenspflicht endet am 28. Januar 2004. Danach darf auch gestreikt werden.

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