IG Metall und Arbeitgeber laufen sich für warm
Metall-Tarifrunde wirft ihre Schatten voraus

Mehr als zwei Monate vor Beginn der Tarifverhandlungen für die knapp 3,5 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie im Februar 2006 laufen sich IG Metall und Arbeitgeber warm. Schon jetzt deutet sich an, dass es zu harten Auseinandersetzungen kommen wird.

HB FRANKFURT/MAIN. Die IG Metall wird an diesem Montag offiziell die Linie der größten deutschen Industriegewerkschaft vorgeben: Da sich die Tarifkommissionen in den Bezirken für vier bis fünf Prozent mehr Geld ausgesprochen haben, wird der Vorstand der Gewerkschaft in Frankfurt voraussichtlich diesen Rahmen vorgeben.

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall will den Beschäftigten aber allenfalls Lohnerhöhungen von 1,2 Prozent zugestehen. „Um mehr dürfen die Löhne auch nicht steigen“, sagte die Hauptgeschäftsführerin Heike Maria Kunstmann der „Welt am Sonntag“. Dem Vorsitzenden des regionalen Arbeitgeberverbandes Südwestmetall, Otmar Zwiebelhofer, ist sogar das zu viel. Selbst von den Produktivitätszuwächsen gehe „ein Haufen anderer Kosten für die Unternehmen ab“, zitiert ihn die „Welt am Sonntag“. Der Lohnzuwachs müsse daher weniger als 1 Prozent betragen. „Angesichts der existenziellen Bedrohung von Arbeitsplätzen - was wäre daran schlimm?“

„In einer Wirtschaft, die derzeit kaum noch wächst, mit Forderungen von vier Prozent oder mehr zu kommen, dazu gehört schon eine besondere Robustheit, die Realitäten zu verdrängen“, sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Inflation und Umverteilung dürften keine Rolle spielen. Die Richtschnur für Gesamtmetall sei die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Produktivität. Kannegiesser forderte darüber hinaus noch mehr betriebliche Elemente im Tarifvertrag. „In allen künftigen Tarifrunden werden wir Betriebsnähe berücksichtigen müssen.“

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