IG Metall und Ex-Aufsichtsrat einigen sich
Streit um Porsche-Aufsichtsrats-Tantiemen vor Gericht entschieden

Im Streit um 220 000 Euro Tantiemen haben sich die IG Metall und ein ehemaliges Porsche-Aufsichtsratsmitglied am Mittwoch vor dem Landgericht Heilbronn geeinigt. Der ehemalige Arbeitnehmervertreter zahlt 110 000 Euro an die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung.

HB HEILBRONN. Zum Streit war es gekommen, als sich der 55 Jahre alte Maschinenbauingenieur geweigert hatte, die Tantiemen für den Zeitraum August 2000 bis Januar 2003 an die Stiftung abzuführen. In der Satzung der IG Metall ist vorgesehen, dass 95 Prozent der Aufsichtsratsvergütung abzugeben sind. Der ehemalige Gewerkschafter hatte sich auf eine gegenteilige Zusage berufen.

Der Justiziar der IG Metall, Michael Sunnus, sagte, Gewerkschaftsmitglieder sollten sich nicht nur aus finanziellen Gründen in den Aufsichtsrat wählen lassen. Der Maschinenbauingenieur war von 1993 bis 2003 als Vertreter der Arbeitnehmer Aufsichtsratsmitglied beim Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche. In die IG Metall war er 1994 eingetreten. Bis zum Jahr 2000 hatte er seine Tantiemen teilweise an die Hans-Böckler-Stiftung abgeführt, teilweise aber auch an den Sozialverband VdK.

Die Bezüge des Jahres 2000/2001 bis zu seinem Ausscheiden 2003 in Höhe von rund 220 000 Euro hat er nach seinen Angaben in sein Haus investiert. Er habe sich auf die Zusage eines Gewerkschaftfunktionärs verlassen, dass das Geld nicht vor Gericht von ihm zurückgefordert werde, sondern er nur in der Gewerkschaftszeitung als so genanntes „nicht abführungswilliges Mitglied“ genannt werde.

Sunnus erläuterte, es entspreche dem Gebot der Gleichbehandlung, dass alle Arbeitnehmervertreter ihre Aufsichtsratstantiemen an die Stiftung abgäben.

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