IG Metall verlangt 6,5 Prozent mehr Lohn
Stahlboom zieht Streiks nach sich

Die Stahlkonjuktur läuft blendend. Davon wollen auch die Arbeitnehmer profitieren. Um ihre Forderungen nach Gehaltserhöhungen durchzusetzen, hat die IG Metall am heutigen Dienstag zu Warnstreiks aufgerufen.

HB BREMEN/DÜSSELDORF. Im Stahlwerk Bremen beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben seit den frühen Morgenstunden rund 200 der 2500 Mitarbeiter. Dort fand zudem eine Kundgebung statt. Auch in Salzgitter haben die Beschäftigten seit dem frühen Morgen die Arbeit nieder gelegt.

Am Nachmittag werden rund 1000 Teilnehmer bei der Salzgitter AG zu einer Kundgebung mit IG Metall-Vize Berthold Huber erwartet, wie die Gewerkschaft mitteilte. Auch in Duisburg, Bochum, Mülheim und weiteren Städten finden Warnstreiks statt. Betroffen sind vor allem Thyssen-Krupp- und Salzgitter-Betriebe.

Die Gewerkschaft hatte das vorliegende Angebot der Arbeitgeber angesichts der aktuell guten Stahlkonjunktur als Provokation bezeichnet. Die Arbeitgeber hatten in der vorigen Woche die Erhöhung der Einkommen um 1,9 Prozent und eine Einmalzahlung von 500 Euro bei einer Laufzeit von 19 Monaten angeboten. Die IG Metall fordert für die 85 000 Beschäftigten Einkommenszuwächse von 6,5 Prozent für zwölf Monate.

Das Angebot der Gegenseite sei genauso niedrig wie bei den Verhandlungen im Jahr 2003, hatte IG-Metall-Bezirksleiter Detlef Wetzel kritisiert. „Jetzt ist die Ertraglage der Betriebe aber eine ungleich bessere. Die Beschäftigten erwarten daran ihren gerechten Anteil“, fügte Wetzel hinzu.

Die deutschen Stahlwerke sind angesichts eines seit gut eineinhalb Jahren anhaltenden weltweiten Stahlbooms derzeit voll ausgelastet. Die Stahlunternehmen erhöhten seither dank der hohen Nachfrage ihre Preise im Quartalsrhythmus. Ein Ende der guten Stahlkonjunktur ist nach Einschätzung des deutschen Stahlverbands nicht in Sicht.

Die nächste Runde der Tarifverhandlungen ist für den 20. April angesetzt.

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