IG Metall will fünf Prozent mehr Lohn
Der Wink mit der hohen Zahl

Der Tarifkonflikt in der Metallindustrie geht in die entscheidende Runde: Die Arbeitgeber wollen heute ihr Lohnangebot vorlegen. Sollte die IG Metall dies als unzureichend ablehnen, drohen schon kurz nach Ostern Urabstimmung und Streik.

BERLIN. In der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie fällt heute eine Vorentscheidung. Nach bisher drei Verhandlungsrunden ohne greifbares Ergebnis und einer Serie von Warnstreiks der IG Metall wollen die Arbeitgeber sowohl in Baden-Württemberg als auch in Nordrhein-Westfalen ein erstes konkretes Lohnangebot präsentieren.

Damit klärt sich, ob eine rasche Annäherung der Tarifparteien möglich wird – oder ob die IG Metall ihre Drohung wahr macht und bereits kurzfristig mit den Vorbereitungen für einen großen Arbeitskampf beginnt. „Wenn wir bis Ostern kein Land sehen, dann werden wir die Segel setzen“, drohte Gewerkschaftschef Jürgen Peters gestern auf einer Protestkundgebung bei Stuttgart. Ihre Zielmarke für Lohnerhöhungen hatte die IG Metall vor der Tarifrunde auf fünf Prozent gesetzt.

Nach letzten Signalen aus dem Arbeitgeberlager vor den heutigen Verhandlungen deutet sich ein Angebot an, das sich zumindest rechnerisch mit einer Größenordnung deutlich oberhalb von zwei Prozent beziffern lässt. Eine solche Zahl würde sich bereits erkennbar von jenen 1,2 bis 1,4 Prozent abheben, mit denen die Arbeitgeber bisher den Produktivitätsfortschritt und damit den Spielraum für Lohnzuwächse beziffert hatten. Der Chef des Arbeitgeberverbandes Metall NRW, Michael Jäger, hielt sich am Mittwoch zu Details zwar bedeckt, kündigte aber ein Paket an, „über das die IG Metall nicht einfach hinweggehen kann“.

Für die prozentuale Erhöhung, die sich dauerhaft in der tarifvertraglichen Lohntabelle niederschlägt, bleibt für die Arbeitgeber weiter der Produktivitätsfortschritt die entscheidende Orientierungsmarke. Allerdings kommen inzwischen weitere Faktoren hinzu. Dazu zählt die IG-Metall-Forderung nach Fortführung des Tarifvertrags über vermögenswirksame Leistungen. Der Vertrag war Anfang 2005 abgelaufen. Seither sind die Unternehmen bei Neueinstellungen nicht mehr verpflichtet, die Leistungen zu gewähren. Veranschlagt man den Gegenwert einer Neuregelung auf einen Drittel- bis halben Prozentpunkt, würde sich das Angebot der Arbeitgeber rechnerisch bereits der Zwei-Prozent-Marke nähern.

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