Iglu-Studie
Thüringer Viertklässler können am besten lesen

Viertklässler aus Thüringen können nach der neuen Iglu-Grundschulstudie am besten lesen und Texte verstehen.Sie liegen damit über dem Schnitt der OECD-Mitgliedsländer und auch über dem Schnitt der EU-Staaten. Mit knappen Abstand folgen danach die bayerischen Schüler.

HB FRANKFURT. Grundschüler aus Thüringen haben bei der Lesestudie Iglu auch im internationalen Vergleich Spitzenplätze belegt. Das berichten übereinstimmend verschiedene Nachrichtenagenturen unter Berufung auf zuverlässige Quellen. Die Studie wird an diesem Dienstag von der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin vorgestellt. An der Untersuchung nahmen in allen 16 Bundesländern fast 8 000 Viertklässler an über 400 Schulen teil. Iglu ist eine „Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung“. Sie gehört neben Pisa und Timss zu den drei weltweiten Schulstudien, an denen sich Deutschland derzeit beteiligt.



Den dritten bis sechsten Platz teilen sich nahezu fast punktgleich die vier Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern. Dann folgen das Saarland und Baden- Württemberg. Auf dem neunten Platz kommt Niedersachsen, danach Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. Auf dem 13. Platz liegt Hessen, dann Berlin, Hamburg und Bremen. Aber selbst die Schlusslichter unter den deutschen Bundesländern erreichen alle noch Punktwerte im Rahmen des internationalen Leistungsniveaus.

Deutschland hatte mit seinen Grundschulen bei der internationalen Wertung, die bereits vor einem Jahr veröffentlicht wurde, einen guten elften Platz belegt und das obere Leistungsdrittel erreicht. Iglu testet das Lese- und Textverständnis bei den Grundschülern. Dieses gilt als Basiskompetenz für weiteres Lernen. Es wird untersucht, ob Schüler Gelesenes auch verstanden haben und daraus richtige Schlussfolgerungen ziehen können.

Die Iglu-Gesamtauswertung vor einem Jahr hatte erneut die in Deutschland besonders ausgeprägte Abhängigkeit von Bildungserfolg und sozialer Herkunft belegt. Danach bekommen Kinder aus der Oberschicht selbst bei unterdurchschnittlichen Grundschulleistungen in der Regel viel leichter eine Empfehlung zum Besuch des Gymnasiums als hochbegabte Kinder aus der Unterschicht. Länderdaten dazu bleiben in der neuen Veröffentlichung am Dienstag auf Wunsch der Kultusminister allerdings ausgespart. Sie werden erst im Frühjahr von den Wissenschaftlern in Fachbüchern publik gemacht. Zugleich wurde auch die Wirkung von Ganztagsunterricht auf die Leseförderung untersucht.

Deutschland hatte sich 2001 erstmals an Iglu beteiligt. Damals ließen allerdings nur sechs Bundesländer ihre Daten gesondert ausweisen. Dies waren Bayern, Bremen, Brandenburg, Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen. Bei dem jüngsten Test im Frühjahr 2006 machten alle Bundesländer mit. Bis auf Hessen konnten sich alle Länder, die auch beim ersten Test teilgenommen hatten, leicht verbessern. Insgesamt hatten in Deutschland 12 000 Schüler an Iglu teilgenommen - international über 400 000.

Die Lese-Leistungen der Grundschüler im Bundesländer-Vergleich

Folgende Leistungspunktzahlen haben die Viertklässler in den Grundschulen erreicht:

Thüringen 564

Bayern 562

Sachsen 556

Sachsen-Anhalt 555

Rheinland-Pfalz 554

Flächenländer Ost 553

Mecklenburg-Vorpommern 553

Saarland 550

Baden-Württemberg 550

Flächenländer West 548

Deutschland bundesweit 548

Niedersachsen 544

Schleswig-Holstein 544

Nordrhein-Westfalen 543

Brandenburg 540

Hessen 536

Berlin 525

Hamburg 528

Stadtstaaten 526

Bremen 522

Bei den Viertklässlern entsprechen 50 Punkte in etwa dem Lernfortschritt eines Schuljahres. Deutschland hatte bei der vor einem Jahr veröffentlichten internationalen Wertung mit 548 Punkten einen elften Platz im oberen Leistungsdrittel belegt. Damit lag es über dem Schnitt der OECD-Mitgliedsländer (537) und auch über dem Schnitt der EU-Staaten (534).

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