Illner-Talk
Willkommen in der Schuldokratie!

„Wer rettet unser Geld?“, fragte Maybritt Illner ihre Gäste. Die Diskussion verlief überraschend kurzweilig, mit allerhand Bonmots und rasanten Wortwechseln. Am Ende besann man sich auf eine Volksweisheit.
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BerlinZum Auftakt der Sendung stellt sich ein Déja-vu-Effekt ein: Der Euro ist angeschlagen. Portugal ist überschuldet, Irland auch, Griechenland sowieso und nun auch noch Italien. Die Politiker basteln an Rettungspaketen. Die Finanzmärkte reagieren nervös - und auch die Steuerzahler. All das wurde in den vergangenen Wochen bereits hin- und herdiskutiert. Aber was soll Maybrit Illner auch machen, die immer neuen Eskalationsstufen der Euro-Krise dominieren die Nachrichten eben nun schon seit Monaten.

Die Wirtschaftspolitik verläuft spiralenförmig, also steckt der Fernsehzuschauer in der Wiederholungsschleife: Man reibt sich kurz die Augen und starrt auf den Fernseher: Der Blick auf bekannte Gesichter stärkt den Eindruck, die Sendung bereits gesehen zu haben, ehe sie losgeht: Die Finanzjournalistin Silvia Wadhwa war erst kürzlich eingeladen, der Ökonom Hans-Werner Sinn ist ohnehin in jeder gefühlten dritten Talkshow zu Gast. Der mediale Murmeltiertag beginnt wie gehabt.

Doch was dann folgt, ist eine Überraschung: Maybritt Illners Runde parlierte so blitzgescheit und witzig über Glanz und Elend der Einheitswährung wie die Besetzung eines  Salons im Paris des 18. Jahrhunderts. So sorgten die überwiegend blendend aufgelegten Gäste mit rasanten Wortwechseln und spitzen Bonmots für eine ziemlich kurzweilige Sendung.

„Flächenbrand in Euroland – Wer rettet unser Geld?“, so hatte Maybritt Illners ihr Motto gedichtet. In der Debatte um Sinn oder Unsinn der Hilfsprogramme teilte sich die Runde in zwei Lager. Wolfram Weimer, Chefredakteur des Magazins „Focus“, zählte zur Fraktion der Rettungsschirm-Gegner: Im Moment, so argumentierte der Journalist, benehmen sich die Staaten Europas „wie Alkoholiker, die einander fragen: Hast du noch einen Schnaps?“ Im Grunde hätten sich alle westlichen Demokratien in den vergangenen Jahrzehnten hoffnungslos überschuldet, kritisierte Weimer und prägte einen neuen Begriff für diese finanziell unausgeglichene Staatsform, die „Schuldokratie.“

Kommentare zu " Illner-Talk: Willkommen in der Schuldokratie!"

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  • Zu Anonymer Benutzer:

    Schlimmer als Lehmann. Gehört nicht hierher!

  • Maybritt Illner über Rettung des €. Das ist doch der größte Mist überhaupt. "jack dalton" über die Rettung des €. Was glauben sie wohin die Gelder gehen oder wer Staat in den Bankrott führt. Maybritt Illners by herself oder sie als Reihen Konstrukt von "jack Dalton" . die Pfeife der Kriminellen Polizisten. da Ist jede Frau auf der Welt sogar darüber prostitutiert da steht gleich ein ganzes reisen Bordell dahinter. "die glei lebensversicherung" die Art dieser Leute unmöglich die diese benutzen "schrubbe Schrubbe". Und die hat auch noch Geld am Ende aus so einem Mist. und der "Holyman" ihr Freund im Vollverdacht der Kriegsmache. Die Russin wollte nach ihrer Bank fragen. Wenn die nur irgend was macht stehen schon alle Kopf. Selbst hohner hat die Meinung des Basses. "the jack". bei falschen "baba" verkaufen immer ganz vorne. In ganz großen Mist bauen ganz vorne dabei. Kriegsmache sonst was und so weiter und so hat die sichere Kriegsmache noch selbst aufgebaut. für was!? für die Pfeife "Joe dalton". "lieber Wirshing statt Pershing" das ist der Anführer oder ??? Wenn man es wenigstens einsehen würde ,dass man eine "Pfeife" von komplett geisteskranken ist aber nein bei so etwas wird mitgemacht.

  • Ich wollte nach der gestrigen Sendung und diesem Artikel, der nahtlos an das fragwürdige Niveau Illners anknüpft, hier meine Entrüstung zum Ausdruck bringen. Aber andere Blogger sind mir zuvorgekommen. Ich schließe mich widerspruchlos "dp30" an, Herr Lehmann war eine Zumutung. Ebenfalls "Kraeftemangel", Herr Sinn war der Einzige der nicht sinnfrei gesprochen hat. Und abschließend "Hade", die deutsche Fernsehlandschaft ist immer noch auf der Suche nach fähigem und mit Empathie ausgestatteten Moderationspersonal. Frau Illner könnte sich hier ein Bespiel an Larry King nehmen, auch wenn das nicht die gleiche Sparte abdeckt. Zuhören bis man glaubt, der Gast sitze alleine da und nicht der Drang nach eigener endlosen Profilierung sind hier der Schlüssel.
    Zum Glück stehe ich nicht alleine mit diesen Ansichten da.

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