Illner-Talk zu Sex-Affären
Mit Strauss-Kahn zwischen Sex, Lügen und Politik

Ob Kachelmann oder jetzt Strauss-Kahn - Vergewaltigungsvorwürfe gegen Prominente machen Schlagzeilen. Maybrit Illner zimmerte in ihrer Talkshow daraus eine muntere Plauderstunde - mit höchst irritierenden Zwischentönen.
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BerlinBeim Aufschlagen der Zeitungen stellt sich dieser Tage öfter mal der Eindruck ein, man habe sich im Regal vergriffen: Selbst in seriösen Blättern stehen Geschichten, die man sonst eher ganz weit unten auf dem Wühltisch von Bahnhofsbuchläden anzutreffen vermutet: Der Vergewaltigungsprozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann in Mannheim geht gerade in die Schlussphase, da soll sich in New York der IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn nackt auf ein Zimmermädchen geworfen haben. Und während sich Profi-Enthüller Julian Assange gegen eine Auslieferung nach Schweden wehrt, wo ihm Sex ohne Gummi und Zustimmung der Frau vorgeworfen wird, lässt sich Silvio Berlusconi in Italien von seiner Anklage wegen Orgien mit minderjährigen Prostituierten nicht weiter beim Regieren stören. Zigarren, Sex-Partys, fehlende Kondome - Bunga Bunga überall.

Was ist denn bloß los mit den mächtigen Männern, mag man sich fragen. Auch Maybrit Illner kam in dieser Woche nicht an diesem Thema vorbei: "Sex, Macht und Öffentlichkeit - im Zweifel gegen den Angeklagten?" lautete das scheinheilige Motto einer ziemlich unterhaltsamen Sendung. Denn während die Redaktion vorgab, die Vorverurteilung Prominenter am Pranger der Massenmedien problematisieren zu wollen, wurde in der Talkshow genau das voyeuristische Potential ausgebeutet, das die Geschichten überhaupt erst in die Schlagzeilen bringt. Das ist natürlich etwas unaufrichtig, macht aber Spaß, weil es die Lust am Klatsch und Tratsch bedient.

"Die Bilder von Dominique Strauss-Kahn gehen um die Welt", raunte Maybrit Illner zur Einleitung und machte ein betroffenes Gesicht. "Selten wurde das Intimleben von Prominenten so in die Öffentlichkeit gezerrt." Und gleich im Anschluss zeigte ein Einspielfilm dann noch einmal genau diese Bilder: Der ehemalige Chef des Internationalen Währungsfonds, unrasiert, mit offenem Hemd und derangierten Blick, wird in Handschellen abgeführt, und dazu greift der Text sehr tief in die Klaviatur der Schundlyrik: "Professor Dominique Strauss-Kahn, bis zum Wochenende einer der mächtigsten Männer der Welt, steinreich und erfolgsverwöhnt", so wurde da gedichtet, "jetzt erledigt." Besser hätten das die Kollegen von RTL exklusiv auch nicht gekonnt.

Und wo wir einmal in den Niederungen des Trivialen angekommen sind, machte die Schauspielerin Maren Kroymann dort auch gleich weiter: Strauß-Kahn sei "charmant, souverän, sieht toll aus", so flötete sie in schönster Frau-im-Spiegel-Manier, "der kann doch jede Frau von Format haben." Deswegen habe sie zunächst eine Intrige unterstellt. Sarkozy sei schließlich alles zuzutrauen. Oder, so habe sie sich dann überlegt, er hatte sich vielleicht eine Prostituierte bestellt, und "dann kam das Zimmermädchen herein, und dann hat er sich eben vertan."

Wenn die Welt so funktionieren würde wie in Schundromanen entworfen, dann könnte das wohl so sein. Dass das aber in Wirklichkeit eher selten der Fall ist, fiel letztlich auch Maren Kroymann auf und so kam sie zu dem Schluss, dass Strauss-Kahn wohl keine "Frau von Format" wolle, weil eine solche "von ihm das selbe erwarten würde wie er von ihr." Dass es sich bei einem Zimmermädchen nicht um eine "Frau von Format" handelt, das setzt die Schauspielerin anscheinend voraus.

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  • Teil II
    Wo schon 14jährie auf Schulhöfen rumknutschen und Eltern das normal finden, müssen wir uns nicht wundern.
    Diese ganze Entwicklung ist nur noch ekelhaft und all diese Emanzen müßte man mal einsperren, sie fügen der Gesellschaft enormen Schaden zu mit ihrem Männerhass. Komisch nur, dass sie aber fürs Bett alle einen Kerl wollen. Da paßt was nicht.
    Und wenn ich schon die Schülerinnen mit 16, 17 Jahren sehe, wie die morgens zur Schule gehen, da könnte man fast meinen, sie kämen gerade vom Straßenstrich.
    Frauen prostituieren sich doch quasi täglich alleine durch ihr Verhalten und ihr outfit. Ich finde das armselig
    Ich glaube, ein wenig Zurückdrehen all dieser Dinge ist dringend nötig. Das hat mit Prüderie nichts zu tun
    Hierüber glaube ich, müßte mal breit und öffentlich diskutiert werden um mal wieder ein wenig auf Normalmaß zu kommen
    Der Mann soll eine Wucht im Bett sein, aber er soll gefälligst auch den Müll raus brignen.
    Die Weiber haben doch einen Schaden

  • Teil I
    ich sag es jetzt mal etwas grob, ich bin eine Frau und darf das.
    Wir baden doch heute nur aus, was die Feminismus-Welle von Alice Schwarzer uns eingebrockt hat.
    Was war damals der Schlachtruf? "Männer sind alle Schweine", "Mein Bauch gehört mir" - Ja, wem denn sonst, diesen dummen Slogan habe ich schon damals nicht verstanden. Wenn ich durch die Betten vögel, kann ich schwanger werden, dann kann ich aber nicht alleine dem Mann die Schuld geben, dazu gehören nämlich immer zwei.
    Seitdem komischerweise, leben wir in einer sexualisierten Welt. Wer hat denn one-night-stands? Nicht Lieschen Müller, sondern meist die Emanzen, frustriert, männerlos gehen sie abends nach Büroschluss in die Cafés/Bars zur after.eight-party (auch so eine dümmliche Bezeichnung) und dann reißen sie sich nen Kerl auf.
    Wer hupft mit demChef in die Kiste um nach oben zu kommen? Die Emanzenweiber.
    Um ihr sauberes Image zu bewahren, dreht man es dann zur Gewaltigung, wohlwissend, dass in unserer Medienwelt alles in die Öffentlichkeit kommt und dann ist man das arme Weibchen. Denn immer noch haben sie vor Gericht meist die besseren Karten als die Männer
    Dass diese dämlichen Weiber den Mädchen und Frauen schaden, die tatsächlich vergewaltigt werden, daran denken sie nicht, dazu reicht die Denke nicht und das läßt auch ihr grenzenloser Feminismus, der nichts weiter als Egoismusis ist, nicht zu
    Heute ist nur noch Sex wichtig (er ist so gut im Bett) dass zu einer Beziehung viel mehr gehört, weiß man nicht mehr. Aber eine wirkliche Beziehung wollen diese Weiber hja auch nciht, denn da müßten sie füreinander Verantwortung übernehmen und mal Kompromisse schießen.

  • Zustimmung, dieses dumme Getue mit ihren Händen geht einem mächtig auf den Geist. Und die Unterbrecherei geschieht ja immer dann, wenn es nicht dem Mainstraem entspricht.
    Das ist aber bei Weill genau so

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