Ilse Aigner
Moderne Bayerin als neue Agrarministerin

Ilse Aigner ist im Amt: Bundespräsident Horst Köhler ernannte die CSU-Bundestagsabgeordnete zur Bundesministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz und überreichte ihr im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel die Ernennungsurkunde. Dynamisch und eloquent – derlei Attribute schreiben Parteifreunde Ilse Aigner zu.

BERLIN. Ilse Aigner vertritt im Deutschen Bundestag jenen Landstrich Bayerns, der in der Debatte um die Reform der Erbschaftsteuer ungewollt eine große Rolle spielt. Die CSU bremse die Reform nur, um die Villenbesitzer am Starnberger See zu schützen, poltert die SPD gerne. Und jetzt soll sie Bundesministerin für die Landwirte, die Verbraucher und die Ernährungsindustrie werden?

Der Wahlkreis der Nachfolgerin von Horst Seehofer aber zieht sich vom Starnberger hinunter bis an den Tegernsee. Und auf dem Land zwischen dem einen und dem anderen See leben viele Bauern, mit denen die neue Ministerin ständig zu tun hat.

Aigner, 43 Jahre alt, gilt als Hoffnungsträgerin der CSU. Das war schon 1994 im bayerischen Landtag so. Nach nur vier Jahren wechselte sie in den Bundestag, weil Platz in ihrem Wahlkreis frei wurde. Sie ergriff die Chance und kümmerte sich im Haushaltsausschuss um die Forschungspolitik. Nach nur sieben Jahren war sie Sprecherin der Fraktion.

„Jung“, „dynamisch“, „eloquent“ sind Attribute, die ihr andere geben. Vor allem aber gilt sie als untypische Bayerin. Natürlich trägt sie in der Heimat das Dirndl, wenn sie etwa Termine für eines ihre unzähligen Ehrenämter wahrnimmt. Sie liebt den traditionellen Karneval und fördert ihn als „Vizepräsidentin des Landesverbandes Oberbayern im Bund Deutscher Karneval“. Andererseits aber hat sie als gelernte Elektrotechnikerin die Systemelektrik beim Militärhubschrauber „Eurocopter“ mitentwickelt und setzt sich für die Forschung ein.

Im Bundestag vertrat sie eine liberale Position zur Stammzellenforschung. In der CSU habe sie die unterschiedlichen Meinungen zusammengeführt und so am Ende einen Kompromiss ermöglicht, heißt es in der Landesgruppe. „Wir haben sie sehr geschätzt als ausgleichende und vermittelnde Kollegin“, sagte die aus Niedersachsen stammende SPD-Bundestagsabgeordnete Carola Reimann dem Handelsblatt „Sie ist moderner als sonst die CSU.“ Und der langjährige CSU-Haushaltsexperte im Bundestag, Bartholomäus Kalb, sagte: „Sie ist in ihren Wurzeln konservativ, aber ebenso modern.“

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