Im Gespräch: Wolfgang Clement
Clement: "Wir müssen den globalen Wettbewerb annehmen"

Vom Reservekanzler zum Risikofaktor - so hat sich sein Image für viele Sozialdemokraten geändert. Bei einer Wahlniederlage der SPD wäre seine politische Karriere wohl beendet: Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Handelsblatt: Sie sind jetzt knapp drei Jahre im Amt. Hätten Sie es gerne noch länger gemacht?

Clement: Ich gehe davon aus, dass ich es länger mache. Mit anderen Gedanken befasse ich mich nicht.

Die Umfragen sprechen aber doch ein deutliches Wort.

Clement: Ich sehe nicht, dass die Union die Mehrheit bekommt. Nicht die alleinige, und auch eine Mehrheit mit der FDP hat sie noch lange nicht sicher. Ich sehe derzeit nur, dass vieles in Bewegung ist.

Denken wir also an eine große Koalition. Können Sie sich vorstellen, unter einer Kanzlerin Merkel im Amt zu bleiben?

Clement: Auf Spekulationen über mögliche Koalitionen nach dem 18. September lasse ich mich jetzt garantiert nicht ein.

Dann erlauben Sie den Versuch einer Zwischenbilanz: Worauf sind Sie mit Blick auf die vergangenen drei Jahre besonders stolz?

Clement: Wir haben in der Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik so tief greifende Reformen vollzogen wie niemand zuvor in dieser Republik ...

... stolz auf Hartz IV?

Clement: Das ist ein wichtiger Teil. Aber mich ärgert, dass sich die Debatte so sehr darauf fokussiert. Entscheidend ist die Erneuerung, die wir insgesamt zu Wege gebracht haben - vom Energiewirtschaftsrecht über das Wettbewerbsrecht bis hin zur Innovationspolitik und zum Aufbau Ost. Und all das in einer ungemein schwierigen wirtschaftlichen Ausgangslage. Natürlich stellen sich nicht alle Wirkungen sofort ein. Aber sie stellen sich ein und werden nach und nach deutlicher.

Was hätten Sie gerne noch erreicht in dieser Legislaturperiode, die ja kürzer wird als geplant?

Clement: Natürlich würde ich als Wirtschaftsminister gerne noch etwas vom konkreten Erfolg unserer Arbeitsmarktpolitik erleben. Da ist so vieles ins Negative gezogen worden - zu Unrecht. Auch das kristallisiert sich immer mehr heraus.

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