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Christine Lieberknecht, Thüringens starke Frau

Thüringens derzeitige Sozialministerin Christine Lieberknecht wartet ab und wagt sich nicht vorschnell aus der Deckung. Für diese Eigenschaft wurde sie oft kritisiert, vor allem in ihrer Zeit als Führerin der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag.

Am Dienstag war es mit der Zurückhaltung vorbei. "Auf jeden Fall ist die Ära von Althaus mit dem Rücktritt, den er selbst erklärt hat, zu Ende", sagte sie. Es gelte, in die Zukunft zu blicken. Wie die aussehen könnte hatte Finanzministerin Birgit Diezel bereits klar gemacht: Im Fall einer schwarz-roten Koalition solle Lieberknecht Ministerpräsidentin werden.

Schon einmal schien es soweit. Als Dieter Althaus sich von seinem Skiunfall erholte, gab es wiederholt Berichte, wonach die 51-jährige Christine Lieberknecht seine Nachfolgerin sein sollte. Auch nach dem Wahldebakel fiel erneut schnell ihr Name. Doch Lieberknecht wartete - und dementierte. Damit ist nun Schluss.

Althaus Ankündigung, auf die politische Bühne Thüringens zumindest bis zur Berufung einer neuen Regierung zurückzukehren, brachte für die Frau, die zu DDR-Zeiten Gemeindepastorin im Kirchenkreis Weimar war, das Fass zum überlaufen.

Tatsächlich spricht viel für Lieberknecht. Wie Althaus war auch sie schon zu DDR-Zeiten der Blockpartei-CDU beigetreten. Im Gegensatz zu ihm forderte sie nach der Wende jedoch schnelle Reformen. Umsetzen konnte sie das, als sie mit gerade mal 32 Jahren Kultusministerin wurde - und ein für Deutschland neues zweigliedriges Schulsystem einführte.

Politisch großen Einfluss hatte sie als Chefin der CDU-Fraktion im Landtag. Von 2004 bis 2008 führte sie die Abgeordneten an, deren Mehrheit mit einer Stimme denkbar knapp war. Als eine der wenigen in der Thüringer CDU riskierte sie auch Konflikte mit Althaus. Auch deshalb musste sie den Machtjob 2008 abgeben und ins Sozialministerium wechseln.

In einer Koalition mit der SPD dürften ihr die Erfahrungen als Fraktionschefin helfen. Ihr Gegenüber hieß damals Christoph Matschie. Wegen der knappen CDU-Mehrheit konnte Lieberknecht das Kompromisse Suchen also schon mal üben.

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