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Harald Christ: Millionär für den Mittelstand

Als Mittelstandsbeauftragter im SPD-Wahlkampfteam soll der steinreiche Selfmade-Millionär Harald Christ die Wirtschaftswähler in die Arme der Sozialdemokraten treiben und auf diese Weise helfen, die Partei aus dem Umfragetief zu holen.

In der Tat hat Außenminister und SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier damit die Latte für den 37-jährigen Berliner Unternehmer hoch gelegt. Vor großen Aufgaben ist der jedoch noch nie zurückgeschreckt. Für das Wildern im zentralen Milieu der bürgerlichen Unionsparteien und der Liberalen ist Christ nicht nur mit seinem Namen, sondern auch mit seinem großen Ehrgeiz bestens geeignet. Der aus einer pfälzischen Arbeiterfamilie stammende Aufsteiger hatte eine Blitzkarriere bei dem Finanzdienstleister BHW und der Deutschen Bank hingelegt, bevor er ab 2002 den Hamburger Investmentfonds HCI unter die Top drei der geschlossenen deutschen Anlagegesellschaften führte. Ab sofort soll der bewährte Vertriebsprofi nun statt Schiffsbeteiligungen Wähleranteile der SPD vermarkten.

Auch in der Partei ist der Unternehmenskenner kein Unbekannter: Bereits mit 16 Jahren wurde er Sozialdemokrat, war später als Schatzmeister in Hamburg aktiv und wurde vor einigen Monaten als möglicher Finanzsenator in der Hauptstadt Berlin gehandelt.

Steinmeier kann den angriffslustigen Erfolgsmanager für das große Treiben auf die Union bis zur Bundestagswahl gut gebrauchen. Denn Christ, der aus Berlin krisengeschüttelte mittelständische Unternehmen berät, war weder während seiner Zeit bei HCI noch bei der Weberbank ein Leisetreter und bricht gern mit Tabus. Erst jüngst outete er sich in einem Tagesspiegel-Interview als bekennender Homosexueller. Und als Smart-Fahrer dürfte er zudem das Dienstwagen-geschädigte Image der SPD aufpolieren.

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