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Jochen Homann: Marathon für Opel

Schon vor Monaten klagte Jochen Homann, er komme so gut wie nicht mehr dazu, für Marathonläufe zu trainieren. Auch in den kommenden Wochen wird der beamtete Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium kaum Zeit dafür findenf: Auf Geheiß von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg muss sich der Diplom-Volkswirt derzeit intensiv dem Thema Opel widmen.

Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat Homann während seiner USA-Reise damit beauftragt, die Verhandlungen mit der US-Regierung in Sachen General Motors (GM) und Opel zu führen – ein Job, der kaum weniger anstrengend werden dürfte als ein Marathonlauf.

Seit Wochen dreht sich bei Homann alles um Opel. Am Freitag sollen die Bundesländer über die Ergebnisse der USA-Reise informieren werden. Homann war immer nah dran: bei den Treffen zu Guttenbergs mit US-Finanzminister Timothy Geithner, mit GM-Boss Rick Wagoner, mit Präsidentenberater Larry Summers.

Zu Guttenberg kann sich auf Homann blind verlassen. Der stets zurückhaltend auftretende Staatssekretär wird seinem Chef nie die Show stehlen wollen, sondern im Hintergrund sachlich und besonnen Chancen ausloten und vor Risiken warnen, die mit einer Loslösung des Autobauers Opel vom Mutterkonzern GM verbunden sind. Scheinwerfer und Mikrofone meidet er. In dieser Hinsicht ergänzen sich zu Guttenberg und Homann ideal.

Homanns Counterpart in den USA ist Steven Rattner. Rattner gehört der von Präsident Barack Obama berufenen Task Force an, die die Umstrukturierung der US-Autokonzerne überwachen und Abkommen mit Gläubigern und Gewerkschaften aushandeln soll. Außerdem wird sich Homann mit dem Unternehmensberater Roland Berger abstimmen, der ein Zukunftkonzept für Opel prüfen soll und Ausschau nach Investoren hält.

Diplom-Volkswirt Homann, Jahrgang 1953, genießt im Ministerium den Ruf eines uneitlen, umgänglichen Beamten. Seit Februar 2008 ist er Staatssekretär. In den ersten Monaten seiner Amtszeit stand noch die Energiepolitik ganz oben auf der Tagesordnung. Mit dem Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise haben sich die Gewichte hin zur Industriepolitik, verschoben.str

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent
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