Im Profil: Jost de Jager: Minister für Verlässlichkeit

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Jost de Jager: Minister für Verlässlichkeit

Ein weithin unbekannter Mann wird neuer Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein: Jost de Jager soll Verlässlichkeit ausstrahlen und für Kontinuität sorgen. Zusätzlich zu der Kompetenzfülle des Superministeriums muss sich de Jager künftig auch um die Kontrolle der HSH Nordbank kümmern.
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Das kleine Schleswig-Holstein hat ein großes Ministerium. An dessen Spitze steht künftig wohl ein weithin unbekannter Mann, der aus Sicht der Wirtschaft vor allem eine Anforderung erfüllen soll: die ganze Legislatur im Amt zu bleiben, Verlässlichkeit auszustrahlen, für Kontinuität zu sorgen.

Jost de Jager folgt Werner Marnette und Jörn Biel als Minister für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr. Schon die Namen der Vorgänger machen klar, was die Wirtschaft von de Jager erwartet. Marnette schmiss hin, weil er das Krisenmanagement von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) bei der HSH Nordbank für dilettantisch hielt und belegte seine Meinung in Interviews. Biel hatte als anfangs parteiloser Nachfolger einen harten Start in der CDU.

De Jager ist im Wirtschaftsministerium als Staatssekretär für Wissenschaft zuständig. Jetzt rückt er an die Spitze. Als wäre die Kompetenzfülle des Superministeriums nicht Bürde genug für den 44-Jährigen, schlägt der Koalitionsvertrag die Zuständigkeit für die Kontrolle der HSH Nordbank künftig dem Wirtschaftsministerium zu.

Was genau das jetzt bedeutet, da rätseln sie noch im Wirtschaftsressort. Die Klausel steht deshalb im schwarz-gelben Vertrag, weil Carstensen nur so seinen Freund Rainer Wiegard im Amt des Finanzministers retten konnte. Die FDP hatte bislang im Wochentakt den Rücktritt des bisherigen Landesbank-Kontrolleurs im Kabinett gefordert.

Der Mann, der künftig kontrollieren soll, ob die mit Milliardenhilfen gestützte HSH Nordbank auf dem richtigen Weg ist, hat Journalist gelernt, in der CDU-Fraktion Karriere gemacht und gilt als Bildungsexperte. Sein Krisenmanagement bei der Uniklinik Schleswig-Holstein blieb umstritten. Der größte Arbeitgeber des Landes schreibt seit Jahren rote Zahlen. Als Staatssekretär entpuppte sich de Jager als Anhänger der Windkraft. Nur so ließen sich die ehrgeizigen Ziele für den Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch Deutschlands erreichen.

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