Im Profil: Klaus Vater
Vater spricht künftig für Merkel

Der langjährige Sprecher von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, Klaus Vater, wird neuer stellvertretender Regierungssprecher. Der 63-Jährige beerbt Thomas Steg, der das Amt seit 2002 inne hat und in das Wahlkampfteam von SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier wechselt. Viel gemein hat Vater mit seinem loyalen und zurückhaltenden Vorgänger nicht.

Seit 2002 hat Thomas Steg loyal als stellvertretender Regierungssprecher zunächst unter dem SPD-Kanzler Gerhard Schröder dann unter der CDU-Frau Angela Merkel die Meinung des Kanzleramts zu aktuellen politischen Streitfragen vertreten. Nun wechselt der Sozialdemokrat ins Wahlkampfteam von SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier und macht für wenige Monate mit Klaus Vater seinen Platz für einen Nachfolger frei, der in allem das Gegenteil des zurückhaltenden Braunschweigers ist.

Beide sind gelernte Journalisten. Doch da hören die Gemeinsamkeiten schon auf. Denn Überparteilichkeit und Fingerspitzengefühl im Umgang mit Journalisten sind nicht die Stärke des langjährigen Sprechers von Ulla Schmidt. Seit 1989 ist der 63-Jährige Vater in der Politik. Sein Handwerkszeug als politischer Strippenzieher erlernte der Politologe und Ex-Redakteur der SPD-Zeitung Vorwärts als Büroleiter des legendären SPD-Sozialexperten Rudolf Dressler und als Berater des Riester-Renten-Erfinders Walter Riester. Leidenschaftlich stritt er danach für die Gesundheitsreformen von Ulla Schmidt.

Dabei reagierte er in den vergangenen Jahren immer dünnhäutiger auf kritische Berichterstattung. Unliebsame Journalisten bekamen nicht nur unfreundliche Post: Als sich die Bild-Zeitung im vergangenen Jahr mit einem Werbefilm des Gesundheitsministeriums zur Gesundheitsreform kritisch auseinander setzte, drohte er der Zeitung gar mit einem Anzeigenboykott. Bild-Chefredakteur Kai Dieckmann machte das öffentlich. Vater musste sich entschuldigen. Dazu gelernt hat er seither kaum. In der Gesundheitsszene ist nur noch von den drei „Taliban“ die Rede, wenn er mit Schmidts Büroleiter Tily und ihrem Abteilungsleiter Knieps bei Veranstaltungen auftaucht – und das nicht nur weil alle drei Vollbärte tragen. Mit Vater zieht damit eher ein trojanisches Pferd der SPD als ein unparteilicher Kommentator der politischen Sicht Angela Merkels ins Kanzleramt ein.

Fachlich jedoch ist Vater über jeden Zweifel erhaben. Und so verbissen er manchmal rüber kommt: Im privaten Umgang gilt er als netter Kerl, der nicht nur als Familienvater auch ein Leben jenseits der SPD hat. Sogar als Jugendbuchautor versuchte er sich erfolgreich: Sein Erstling „Sohn eines Dealers“ wurde für den Kinderkrimipreis „Emil 2002“ nominiert.

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