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Stefan Giffeler: Diener vieler Herren

Stefan Giffeler geníeßt das Vertrauen von Franz Müntefering und Frank-Walter Steinmeier. Der Pressesprecher in der SPD-Zentrale gilt als Profi der politischen Kommunikation und steht maßgeblich hinter Steinmeiers Wahlkampfrede "Die Arbeit von morgen - Politik für das nächste Jahrzehnt." Vor Giffeler liegt nun eine Herkulesaufgabe.

Wer in diesen Tagen für die SPD arbeitet, braucht nicht nur eine gute Portion Zweckoptimismus, sondern auch Erfahrung im Krisenmanagement. Stefan Giffeler bringt beides mit. Der Pressesprecher der SPD-Parteizentrale gilt als Profi in der politischen Kommunikation, Parteichef Franz Müntefering und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier vertrauen ihm. Maßgeblich hat Giffeler an Steinmeiers Wahlkampfrede "Die Arbeit von morgen - Politik für das nächste Jahrzehnt" mitgewirkt. Wie es sich für einen Pressesprecher gehört, taucht sein Name allerdings nur im Kleingedruckten auf - unter der Rubrik Redaktion.

Auch in den vergangenen Jahren hat der SPD-Sprecher seine Arbeit als diskrete Dienstleistung verstanden. Sich in den Vordergrund zu drängen, liegt Giffeler nicht. Er lässt seine Chefs sprechen und operiert unauffällig im Hintergrund. Das war auch schon so, als Giffeler noch in der rot-grünen Regierungszeit die Pressearbeit für den damaligen Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) erledigte. Gebetsmühlenartig erklärte Giffeler den Journalisten, warum es keine Alternative zur Schuldenpolitik seines Ministers gab. Nach der Bundestagswahl wechselte Giffeler als Sprecher zum damaligen Bundesarbeitsminister Müntefering und konnte in dieser Zeit in regelmäßigen Abständen über sinkende Arbeitslosenzahlen berichten. Als Müntefering Kurt Beck als Parteivorsitzenden ablöste, nahm er Giffeler mit ins Willy-Brandt-Haus.

Die eigentliche Herkulesaufgabe liegt allerdings noch vor ihm. Zusammen mit Steinmeiers Medienberater Thomas Steg muss Giffeler die SPD in den verbleibenden Wochen bis zur Bundestagswahl aus dem Umfragetief holen. Wie das gelingen soll, bleibt vorerst ein Geheimnis. Nur das Ziel steht bereits fest: Den Bürgern die Lust auf eine schwarz-gelbe Koalition verderben, damit die SPD in der Regierung bleiben kann.

Sven Afhüppe
Sven Afhüppe
Handelsblatt / Chefredakteur
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