Im Profil: Volker Wissing
Wissing fragt sich durch

Seine Passion sind unbequeme Fragen. Diese stellt Finanzpolitiker Volker Wissing, FDP-Obmann im HRE-Ausschuss, besonders gerne dem Haus von Finanzminister Peer Steinbrück. In der übernächsten Woche hat Wissing erneut die Chance, denn dann sind Steinbrück und Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen vor den HRE-Ausschuss geladen.

HB. Volker Wissing geht derzeit einigen seiner Mitmenschen im Untersuchungsausschuss zur Hypo Real Estate gehörig auf die Nerven. Vor allem der SPD-Obfrau Nina Hauer. Die steckt ihre Energie nicht mehr nur in die Aufklärung des Milliardendesasters. Die SPD-Politikerin konfrontiert die Zeugen vor allem mit kritischen Interviewäußerungen des FDP-Manns zur HRE, um ihn vorzuführen. Bislang ohne Erfolg.

Finanzpolitiker Wissing, der sich Hoffnungen auf einen Staatssekretärsposten in einer schwarz-gelben Koalition machen kann, ist im politischen Berlin durch sein ständiges Nachfragen und Nachbohren erst bekannt geworden. Er macht aus seiner Rolle als Oppositionspolitiker das Beste und quält die Bundesregierung mit der Möglichkeit des Fragerechts, seit er 2004 in den Bundestag einzog. Besonders gern greift der 38-Jährige frühere Richter am Landgericht Zweibrücken zu schriftlichen Fragen, weil die innerhalb kürzester Zeit eine Antwort der Regierung garantieren.

Mit Vorliebe kümmert sich Wissing, verheiratet, eine Tochter, um das Haus von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück. So wich das Ministerium erst Ende Juni in seiner Antwort von seiner kategorischen Kritik am Renditeziel der Deutschen Bank ab. Noch im April hatte Steinbrück den Anspruch von 25 Prozent scharf kritisiert. Oder es stellte sich nach einer anderen Anfrage Wissings heraus, dass sich das Elterngeld sehr häufig auf dem Niveau der Sozialhilfe befindet. Nur zwei Beispiele penetranter Nachfragen von vielen.

In der übernächsten Woche sind Bundesfinanzminister Steinbrück und sein Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen vor den HRE-Ausschuss geladen. Viel Zündstoff liegt gegen die Regierung noch nicht vor. Der FDP-Mann muss sich also noch einige kritische Fragen einfallen lassen. Aber das kann Wissing.

Der Autor ist Ressortleiter Wirtschaft und Politik.
Thomas Sigmund
Handelsblatt / Ressortleiter Politik und Leiter des Hauptstadtbüros
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