Im Rahmen des Steueränderungsgesetzes 2003
Koalition will Steuerschlupfloch für Fußball-Klubs schließen

Teile der Gehälter von Fußball-Profis als steuerfreie Zuschläge für Sonn- und Feiertags- sowie Nachtarbeit auszuzahlen, soll bald der Vergangenheit angehören. Das ist jedenfalls das Ziel der rot-grünen Bundesregierung, die am Freitag im Bundestag Eckpunkte für eine Neuregelung auf den Weg brachte.

HB BERLIN. Wie der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Jörg Müller, mitteilte, wird derzeit geprüft, für welche Arbeitnehmer und bis zu welcher Arbeitslohnhöhe die Befreiung „verantwortbar erscheint“. Die neuen Bestimmungen sollen in das Steueränderungsgesetz 2003 eingearbeitet werden, das in erster Lesung im Bundestag behandelt wurde.

Eine Möglichkeit sei, für die Berechnung der steuerfreien Zuschläge an der Stundenlohnbasis anzuknüpfen, um die Berechnung und das Lohnsteuerverfahren nicht zu erschweren, argumentierte Müller. Diese könne so bemessen werden, dass die Steuerfreiheit für die einkommensstarken Gruppen „entscheidend begrenzt wird und gleichzeitig die überwiegende Zahl der Arbeitnehmer unberührt bleibt“.

Die Praxis von Fußballvereinen wie Borussia Dortmund oder - nach Presseberichten - auch Werder Bremen, ihren Profis einen Teil der Gehälter als Sonntags-, Feiertags- und Nachtzuschläge auszuzahlen, ist parteiübergreifend auf Kritik gestoßen. Werder-Sportdirektor Klaus Allofs hatte darauf hingewiesen, dass „alle neuen Verträge bei uns so ausgestattet werden. In anderen Sportarten wie Basketball und Eishockey wird das längst praktiziert.“ Für die Zustimmung des Finanzamtes werden Trainings- und Spielpläne vorgelegt, die Nacht- und Feiertagsarbeit der Fußball-Profis dokumentieren.

Mit dem Steueränderungsgesetz sollen Steuerverfahren in Deutschland grundlegend vereinfacht werden. Die Lohnsteuer-Bescheinigungen sollen vom kommenden Jahr an auf elektronischem Wege von den Arbeitgebern an die Finanzämter übermittelt werden.

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