0 Bewertungen
06.05.2008 

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Joachim Poß, dämpfte am Dienstag aber die Hoffnung auf rasche Steuersenkungen. Poß wies im ZDF-Morgenmagazin darauf hin, dass die SPD bereits seit 2003 über eine Steuerreform nachdenke.

Die Große Koalition habe sich aber darauf verständigt, bis 2011 einen ausgeglichenen Bundeshaushalt vorzulegen. Dieses Ziel sei vorrangig und auch ohne Steuersenkungen schon schwer genug zu erreichen.

Wenn im Herbst der Existenzminimumsbericht vorliege, müsse die Regierung unter anderem über die Anhebung des Kinderfreibetrages und des Kindergeldes entscheiden. Weitere Belastungen ergäben sich aus der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, wonach in Zukunft die Beiträge zur Krankenversicherung stärker steuerlich berücksichtigt werden müssten.

Dies bedeute, dass an kurzfristige Steuersenkungen nicht zu denken sei. „Der Spielraum für weitergehende Entlastungen, wie sie Erwin Huber als Weihnachtsmann im Mai verkündet hat, wird erst in der zweiten Hälfte der nächsten Legislaturperiode gegeben sein – dann, wenn die wirtschaftliche Entwicklung relativ stabil ist“, sagte Poß.

Dabei hätten die Vorschläge der CSU durchaus „sozialdemokratische Elemente“. So könne sich auch die SPD eine Abflachung des Steuertarifs oder eine Erhöhung des Grundfreibetrages gut vorstellen. Dies sei „alles wünschenswert“, aber zur Zeit nicht zu machen.

Die CSU reagierte höhnisch auf die Ankündigung eines SPD-Steuerkonzepts. „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“, sagte Generalsekretärin Christine Haderthauer am Dienstag.

Die CSU habe den Trend für Steuersenkungen gesetzt und „die SPD hechelt uns hinterher.“ Die Sozialdemokraten merkten, dass sie auf das falsche Pferd gesetzt hätten und sattelten jetzt in panischer Hektik um.

Haderthauer sagte, sie könne der SPD nur raten, möglichst viel bei der Union abzuschreiben, „damit die SPD nicht wieder wie bei Rot-Grün die Entlastungen für Normalverdiener und Familien vergisst“.


»Großes Special: Dem Fiskus Paroli bieten mit täglichen Steuertipps von Konz.


Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

zurück
  • Obamas Kabinett nimmt Gestalt an

    Obamas Kabinett nimmt Gestalt an

    Die Milliardärin Penny Pritzker aus Chicago soll nach US-Medienberichten Wirtschaftsministerin in der Regierung des designierten Präsidenten Barack Obama werden. Mit dieser Personalie nimmt die Regierungsmannschaft zwei Wochen nach der US-Wahl allmählich Gestalt an.Bildergalerie 

  • Was auf dem Weltfinanzgipfel beschlos...

    Was auf dem Weltfinanzgipfel beschlossen wurde

    Auf dem Weltfinanzgipfel in Washington wollten die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) einen Fahrplan für eine neue Weltfinanzordnung vereinbaren, die eine Finanzkrise, die die ganze Welt in die Rezession treibt, in Zukunft verhindern soll. Was beschlossen...Bildergalerie 

  • Was führende Köpfe vom Finanzgipfel e...

    Was führende Köpfe vom Finanzgipfel erwarten

    Nichts Geringeres als eine neue Weltfinanzordnung wollen die 20 Staats- und Regierungschefs der größten Wirtschaftsmächte am Wochenende in Washington aus der Taufe heben. Was Politiker, Konzernchefs, Ökonomen und andere führende Köpfe aus der Finanzwelt vom Weltfinanzg...Bildergalerie 

vor

 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Kein Ausweg aus der Finanzkrise in Sicht  Artikel in Merkliste

21.11.2008 von Hermann-Josef Knipper

Der letzte Tag der „Euro Finance Week“ in Frankfurt hat das ganze Drama der Macht- und Ratlosigkeit der Finanzbranche deutlich gemacht. Nach der harschen Kritik von Bundespräsident Horst Köhler, der nicht weniger als ein neues Weltfinanzsystem gefordert und viele Schuldige benannt hatte, mühten sich Banker, Ökonomen und Notenbanker um Auswege aus der Krise. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Deutscher Bauernstaat  Artikel in Merkliste

21.11.2008 von Helmut Hauschild

Die Bundesregierung tut sich mit ihrer Agrarpolitik als Industriestaat keinen Gefallen. Kommentar