Im Regierungsflieger nach Brasilien

Linksfraktionsvize verteidigt WM-Reise mit Merkel

Vor vier Jahren hatte die Linke das Angebot Merkels noch ausgeschlagen. Jetzt waren sie mit an Bord im Regierungsflieger, als es zur Fußball-WM ging. Die Aufregung darüber kann Fraktionsvize Bartsch nicht verstehen.
Update: 18.06.2014 - 16:49 Uhr 16 Kommentare
Dietmar Bartsch, Vize-Vorsitzender der Linksfraktion: Im fast leeren Regierungsflieger zur WM nach Brasilien. Quelle: dpa

Dietmar Bartsch, Vize-Vorsitzender der Linksfraktion: Im fast leeren Regierungsflieger zur WM nach Brasilien.

(Foto: dpa)

BerlinDer Vize-Vorsitzende Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, hat die Kritik des FDP-Präsidiumsmitglieds Volker Wissing an seiner Mitreise im Regierungs-Airbus zum Auftaktspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Brasilien scharf zurückgewiesen.

„Herr Wissing hat die schwere Niederlage der FDP offensichtlich nicht verdaut, vor allen Dingen nicht begriffen: Es ist wichtig, dass die Opposition gerade auch bei solchen Ereignissen Flagge zeigen sollte“, sagte Bartsch Handelsblatt Online. „Dabei war ich natürlich kein Feigenblatt.“

Wissing hatte es bei Handelsblatt Online als bemerkenswert bezeichnet, wie billig die linke Opposition im deutschen Bundestag zu haben sei. „Es ist peinlich und erklärungsbedürftig, wenn linke Bundestagsabgeordnete sich von der Kanzlerin zu einem Abstecher zur Fußball-WM mitnehmen lassen“, sagte der FDP-Politiker. „Das Verhalten der Linken ist Ausdruck des Versagens der Opposition im Deutschen Bundestag, die lieber mit der Kanzlerin kuschelt, statt eine glaubwürdige Alternative zur Regierungspolitik.“

Aus den Bundestagsfraktionen hatte auf Einladung des Kanzleramts jeweils ein Abgeordneter die Kanzlerin zum Portugal-Spiel begleiten können. Vor vier Jahren hatte die Linke ihre Zusage zur Begleitung der Kanzlerin zur WM nach Südafrika kurzfristig wieder zurückgezogen – auch wegen der hohen Kosten für die kurze Visite. Auch diesmal war Merkel mit einer kleinen Delegation nach Brasilen geflogen. Laut Medienberichten waren insgesamt 15 Personen in dem Airbus A340, der 142 Passagieren Platz bietet. Eine Flugstunde mit der Maschine kostet nach Angaben des Steuerzahlerbunds etwa 12.000 Euro. Hin und zurück dauert ein Flug 25 Stunden.

Auch der Sprecher der Alternative für Deutschland (AfD), Christian Lüth, äußerte scharfe Kritik. „Dass sich die Linke in Vertretung von Herrn Bartsch als Feigenblatt missbrauchen lässt, erstaunt nicht sonderlich, verdeutlicht es doch die Doppelmoral dieser Partei“, sagte Lüth Handelsblatt Online.

„Insbesondere die FDP-Minister sind besonders aktiv gewesen“
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16 Kommentare zu "Im Regierungsflieger nach Brasilien: Linksfraktionsvize verteidigt WM-Reise mit Merkel"

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  • Eindeutig ja: die AfD.

  • Die Linken sind eben so wenig wählbar wie die anderen Blockparteien. Anstand, Sparen und Ehrlichkeit verlangt man nur von den privaten Bürgern. Es ist zum Kotzen! Muss man sich über die höchste Politikverdrossenheit noch wundern? Die Pfeifen tun alles dafür.

  • Also, obwohl ich kein Bundestagsmandat habe, schwöre ich Stein und Bein, dass ich dankend abgelehnt hätte, wenn man mir eine Reise zur Fußball-WM mit der Kanzlerinette schenken würde. Aus Imagegründen versteht sich - welcher halbwegs bei Verstande seiende Ehrenmann möchte schon mit solch kriminellen Elementen in der Öffentlichkeit gesehen werden? Dietmar, dass war nicht schlau von Dir.

  • Och, darüber müssen Sie sich keine Sorgen machen :)
    Und ich bleibe dabei, ich halte es als Deutscher für selbstverständlich das Regierungsvertreter zur Fussballweltmeisterschaften wenn die deutsche Mannschaft spielt, fliegen, fahren oder laufen.

  • Nachtrag: die Damen und Herren, welche die Sause mitgemacht haben, sind natürlich bevorzugt eingeladen Ihren Obolus zu leisten....

  • da es ja anscheinend doch eine Menge Leute gibt die diese, in meinen Augen absolut unnütze Reise, als sinnvoll und erforderlich erachten, hier ein Vorschlag zum Kostenausgleich:

    Das Handelsblatt möchte doch ein Treuhandkonto einrichten und veröffentlichen, in das diese Personen einen Betrag ihrer Wahl einzahlen können.
    Sobald die 300.000,00€ erreicht sind, wird das Konto geschlossen und der Betrag einer, für die Allgemeinheit sinnvollen Verwendung (z.B. Strassensanierung) zugeführt.
    Ich habe hier in der Umgebung etliche Stellen, die es mal wieder "nötig" hätten.

    Eine geeignete Stelle zu finden dürfte aber Deutschlandweit keine Problem darstellen!

    Einzahlungen sollten allerdings nur für Privatpersonen möglich sein. Eine Spendenbescheinigung o.ä. zum Absetzen von der Steuer ist nicht vorgesehen.
    Als "Dank" gibt es an dem sanierten Straßenabschnitt später ein Hinweisschild mit den Namen der Einzahler.

    Dann schau'n mer mal, wieviel Kohle zusammenkommt......

  • "Wer sich darüber auslassen muss, der hat wohl sonst nicht viel zu bieten."

    Fahren Sie Ihre Arroganz mal ein paar Stufen runter, dann würde man Sie vielleicht ernst nehmen...

  • @Pro-D

    Ja, die NPD hätte wahrscheinlich 'ne alte JU für den Flug genommen...

  • Privatreisen sind grundsätzlich von den Politikern zu zahlen und nicht vom Steuerzahler! Nur vorsätzliche Geldverschwendung um den Staat zu schädigen. Dafür noch Immunität für kriminelles Handeln? Immunität muss sofort abgeschafft werden und Haft-/Ersatzpflicht für Politiker eingeführt werden, auch rückwirkend!! Privatreisen werden hier finanziert um Schulen, Infrastruktur usw. verkommen zu lassen!

  • Meine Güte, das ist ja mal wieder ...
    Es ist eine Selbstverständlichkeit das sich ein Kanzler/Kanzlerin bei der Fußballweltmeisterschaft sehen läßt, und das auch gleich für ein paar politische Statements nutzt.
    Hätte auch der Außenminister, der Bundespräsident etc sein können, so wars halt Merkel mit Gefolge.
    Wichtig und gut für die Darstellung als Land und wird auch so erwartet, andere haben halt ihre Könige.
    Wer sich darüber auslassen muss, der hat wohl sonst nicht viel zu bieten.

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