Im Westen sieht die Lage anders aus
Im Osten sterben die Schulen

Den dicksten Brocken ihrer Koalitionsgespräche haben sich SPD und CDU in Sachsen bis zum Schluss aufgehoben: Die Sozialdemokraten wollen alle Schüler bis zur achten Klasse gemeinsam lernen lassen und in den nächsten Jahren bis zu 5000 Lehrerstellen zusätzlich finanzieren. Die Christdemokraten dagegen wollen bis 2010 rund 7800 Lehrerstellen abbauen.

HB DÜSSELDORF. An den Gymnasien Sachsens lernen heute etwa 110 000 Schüler; im Jahr 2010 werden es Prognosen zufolge noch knapp 63 000 sein. 627 Schulen hat Sachsen bereits geschlossen.

Ein Ende der Schließungen ist nicht in Sicht. Elternproteste sind meist vergeblich. Zwar entscheiden die Kreise und kreisfreien Städte, ob und welche Schulen geschlossen werden. Aber das Kultusministerium verweigert die Entsendung von Lehrern, wenn die Schülerzahlen für einen leistungsfähigen Unterricht zu klein werden. Im neuen Schuljahr werden in Sachsen mangels Schülern 98 Klassen geschlossen oder gar nicht erst eröffnet. Der starke Geburtenrückgang nach der Wende hat in Ostdeutschland seit 1991/92 zur Schließung von fast zweitausend Schulen geführt. Erst in den nächsten Jahren ebbt die Welle der Schulschließungen ab.

Den Abbau der Lehrerstellen versuchen die neuen Bundesländer mit Hilfe von Arbeitszeitverkürzung, Teilzeitarbeitsverträgen und Vorruhestandsregelungen zu strecken und sozialverträglich zu gestalten. In Sachsen ging die Zahl der Lehrer nicht in dem Umfang zurück, wie die Zahl der Schüler. Lehrerstellen sanken lediglich um ein knappes Drittel. Der unterproportionale Abbau an Lehrerstellen soll nun zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung beitragen. Würde Sachsen seine günstige Schüler–Lehrer-Relation beibehalten, würde der Lehrerbedarf nach einem Gutachten bis 2008 um 10 000 Vollzeitkräfte sinken, bei einer Anpassung an Westrelationen wären es deutlich mehr.

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