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Öko-Heizung wird Pflicht

Die Bundesregierung will Hauseigentümer zum Heizen mit regenerativen Energieträgern verpflichten: Bei Neubauten sollen künftig mindestens 15 Prozent der Wärme durch Wärmepumpen, Solar-, Holzpellet- oder Biomasseanlagen erzeugt werden. Bei Altbauten soll der Wert mindestens 10 Prozent betragen.

BERLIN. Die Quoten sind Bestandteile des vom Bundesumweltministerium vorbereiteten Klima- und Energiepogramms, das dem Handelsblatt vorliegt. Auf dieses Programm will sich die Regierungsspitze bei ihrer Klausur Ende August festlegen. Derzeit werden lediglich sechs Prozent des Wärmebedarfs von Wohnungen durch Alternativ-Energien erzeugt.

Das Bundeswirtschaftsministerium warnt zwar vor „erheblichen Problemen“ bei der Umsetzung der vom Umweltressort genannten Ziele, sieht aber an anderen Stellen des umfassenden Programms weitaus höheren Nachbesserungsbedarf. Daher hat der Vorstoß des Umweltministeriums gute Chancen auf Verwirklichung.

CDU und SPD hatten sich bereits in ihrer Koalitionsvereinbarung darauf verständigt, die Potenziale der Wärmeerzeugung aus alternativen Energien stärker zu nutzen. Nun soll das Thema Bestandteil des Klima- und Energieprogramms werden, das Kanzlerin Angela Merkel nach dem Energiegipfel Anfang Juli angekündigt hatte.

Fachleute halten starre Quoten für den Einsatz erneuerbarer Energien im Wärmebereich allerdings für falsch. „Statt auf Marktinstrumente zu setzen, greift man ohne Not aufs Ordnungsrecht zurück“, sagte Stefan Kohler, Chef der mehrheitlich staatlichen Deutschen Energie-Agentur. Auch der BDI ist skeptisch. Die Bedingungen für Erneuerbare seien wegen der hohen Energiepreise so gut, dass man keine Quoten benötige.

Derzeit gibt es keine Pflicht zum Einbau regenerativer Heizungsanlagen. Anders sieht die Situation bei der Stromerzeugung aus. Seit das Erneuerbare-Energien-Gesetz im Jahr 2000 in Kraft trat, hat sich der Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung auf 13 Prozent verdoppelt. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hatte im Frühjahr das Ziel formuliert, diesen Wert bis 2020 auf 27 Prozent zu steigern. Das neue Programm seines Hauses definiert jetzt noch ehrgeizigere Ziele: Bis 2045 soll ihr Anteil auf „mindestens 45 Prozent“ wachsen.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent
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