Immobilien
Tiefensee: Wohnungsmarkt entspannt

Die Rezession wird am deutschen Wohnungsmarkt zwar nicht spurlos vorbeigehen. Aber nach Meinung der Bundesregierung ist der Wohnungsmarkt entspannt. Die Konsequenzen liegen für Bundesverkehrsminister Tiefensee auf der Hand.

HB BERLIN. Trotz des jahrelangen rasanten Rückgangs beim Wohnungsneubau plant die Bundesregierung noch keine wohnungspolitische Umkehr. Zwar räumte sie in dem beschlossenen Wohnungs- und Immobilienbericht „negative“ Rezessions- Effekte auf den Wohnungsmarkt ein. Mit einem dramatischen Einbruch auch in Folge der Finanzkrise sei aber nicht zu rechnen. Während Wohnungs- und Mieterverbände vor drohenden Wohnraumlücken gerade in den Zentren warnten, will Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) den Neubau lediglich „im Auge behalten“.

Mit weniger als 200 000 neuen Wohnungen im Jahr 2008 bewege der Neubau sich „an der Untergrenze des nachhaltigen Bedarfs“, sagte der Minister. „Es darf (aber) nicht zu einem Unterangebot an Wohnungen kommen, das dann zu höheren Mieten führen würde.“

Mieterbund-Präsident Franz-Georg Rips forderte erneut einen „Wohnpakt 2020“ von Politik und Wohnungswirtschaft. Mit 30 Mrd. Euro geförderten Investitionen müssten etwa 37 Mio. Wohnungen energetisch saniert werden. Der Generalsekretär des Eigentümerverbandes Haus und Grund, Andreas Stücke, forderte Korrekturen im Mietrecht. Es sei „der größte Bremsklotz für die energetische Sanierung des Wohnungsbestandes“.

Nach Tiefensees Darstellung ist der Wohnungsmarkt insgesamt entspannt. Der Bericht weist für die vergangenen zehn Jahre stabile Mieten und Wohnimmobilienpreise aus. Noch vor zehn Jahren waren jährlich noch etwa 450 000 Wohnungen und im Spitzenjahr 1995 sogar 600 000 Wohnungen fertiggestellt worden. Die Investitionen konzentrierten sich immer mehr auf den Wohnungsbestand, sagte der Minister. Diese knapp 40 Mio. Wohnungen - darunter 24 Mio. Mietwohnungen - stünden weiter im Mittelpunkt der Politik: Dabei geht es um den Ausbau zu altengerechten Unterkünften, Stadtentwicklungspolitik sowie Gebäude-Klimaschutz.

Die Folgen der von den USA ausgehenden Immobilien- und Finanzkrise sind laut Bericht „für die deutschen Wohnungs- und Immobilienmärkte gegenwärtig schwer abzuschätzen“. Klar sei jedoch, dass die Branche in Deutschland ein „wichtiger und sicherer Stabilitätsfaktor“ sei, auch wenn die Immobilie zunehmend zur allgemeinen Anlage auch von Finanzinvestoren geworden sei. Das liege an den hierzulande sicheren Instrumenten des Bausparens und der Festzinshypotheken. „Eine Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen bei einem typischen Eigenheimkredit zeichnet sich nicht ab.“

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