Immobilienfonds
Steinbrück bringt Reits auf den Weg

Finanzminister Peer Steinbrück hat die Einführung von börsennotierten Immobilienfonds auf den Gesetzesweg gebracht. Trotz des heftigen Widerstandes gegen die Reits in der eigenen Partei verschickte das Haus des SPD-Politikers einen Referentenentwurf an die beteiligten Ministerien. In der Finanzbranche stieß der Entwurf auf breite Zustimmung.

BERLIN / FRANKFURT. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat trotz heftigen Widerstands in den eigenen Reihen den Gesetzgebungsprozess für steuerbegünstigte Immobiliengesellschaften eingeleitet. Anders als von Teilen der SPD-Fraktion gefordert, werden auch Wohnungsimmobilien Teil der börsennotierten Real Estate Investment Trusts (Reits) sein können. Dies geht aus einem Referentenentwurf hervor, der dem Handelsblatt vorliegt. Die SPD-Linke lehnte dies bislang ab, weil sie Nachteile für sozial schwächere Mieter durch die Renditeorientierung börsennotierter Eigentümergesellschaften befürchtet.

Das Finanzministerium argumentiert nun, dass an 80 Prozent der 39 Mill. Wohnungen hierzulande kein Anlegerinteresse bestehe, weil diese im Besitz von Privatpersonen oder Genossenschaften stünden. Bei den acht Prozent, die sich in öffentlichem Besitz befänden, werde den öffentlichen Trägern vorgeschlagen, nach dem Verkauf der Immobilien Mitgesellschafter des Reits zu bleiben. Dies könne durch die Satzung des Reits erreicht werden. Eine gesetzliche Regelung sieht der Entwurf nicht vor. Während SPD-Fraktionschef Peter Struck die Reits-Pläne unterstützt, äußerte sich sein Stellvertreter Joachim Poß skeptisch. „Für die SPD-Fraktion bleiben im Referentenentwurf immer noch einige Fragen offen“, sagte er dem Handelsblatt. Wegen der Zustimmungspflicht der Bundesländer sollten diese nun frühzeitig in die Debatte einbezogen werden.

Was genau sind „Reits“? Lesen Sie es im neuen Handelsblatt-Wirtschaftswiki nach - und wenn Ihnen die Erklärung nicht ausreicht, ergänzen und verbessern Sie sie:
» „Reits“ im Wirtschaftswiki.

Steinbrück plant, das Gesetz zum 1. Januar in Kraft treten zu lassen. Sollten die Beratungen vorher nicht abgeschlossen werden können, soll es rückwirkend geltend. Das Regelwerk schreibt unter anderem vor, dass die Reits ihren Gewinn zu 90 Prozent an die Anleger ausschütten sollen. Wichtig ist eine baldige Einführung, weil auch Großbritannien Anfang 2007 Reits einführen möchte. Ein zu großer Zeitverzug gilt als schädlich im Werben um internationales Anlegerkapital.

In der Finanzbranche stieß der Entwurf auf breite Zustimmung. „Wir begrüßen, dass ein Gesetzentwurf vorliegt. Das, was an Inhalten öffentlich bekannt ist, geht in die richtige Richtung“, sagte Heiko Beck, Sprecher der Finanzplatzinitiative IFD. Banken und Immobilienfirmen rechnen in wenigen Jahren mit einem Potenzial von mehr als 100 Mrd. Euro an Marktkapitalisierung. Vor allem ausländische Investoren hatten in den vergangenen Jahren für Milliardenbeträge deutsche Immobilien gekauft und wollen sie an die Börse bringen. Gleichzeitig drängen neues Investoren – auch Privatleute – in den Markt.

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