Immobilienkrise
Krise der SachsenLB setzt Milbradt unter Druck

Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) ist nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ über die nach einer schweren Krise verkaufte SachsenLB besser informiert gewesen als bisher bekannt. Dies würden E-Mails, Briefe und Faxe belegen, hieß es weiter.

HB HAMBURG. Der sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt hatte offenbar weit engeren Kontakt zum Vorstand der angeschlagenen SachsenLB, als er bisher eingeräumt hat. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtete am Samstag vorab, dem Untersuchungsausschuss des Landtags lägen E-Mails, Briefe und Faxe vor, die eine Verbindung zwischen Milbradt und dem Vorstand des Geldhauses weit nach 2001 belegten. So seien im Februar 2005 vertrauliche Vorlagen für den Verwaltungsrat der SachsenLB an Milbradts Bürochef gesandt worden; auch Gutachten und Stellungnahmen externer Prüfer seien in seinem Büro gelandet.

„Die Unterlagen belegen, dass der Ministerpräsident bis in Einzelheiten ständig unterrichtet war“, wird der SPD-Vertreter im Untersuchungsausschuss, Karl Nolle, zitiert. Milbradt räumte den Informationsaustausch den Angaben zufolge ein und bezeichnete ihn als „routinemäßig“. Der CDU-Politiker, Mitbegründer der SachsenLB, war bis Ende Februar 2001 sächsischer Finanzminister und als solcher auch verantwortlich für die Bank. Seitdem, so hat er stets erklärt, gehöre er den Gremien nicht mehr an und trage deshalb auch keine unmittelbare Verantwortung. „Ich bin 2001 ausgeschieden, damals war die Bank außer Kritik, schrieb anständige Zahlen“, sagte er.

Die einzige ostdeutsche Landesbank war nach dem Kauf von umstrittenen Hypothekenanleihen auf dem US-Immobilienmarkt in finanzielle Not geraten. Sie bekam von den deutschen Sparkassen zunächst eine Kreditlinie von rund 17 Milliarden Euro eingeräumt und musste dann an die LBBW verkauft werden.

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