In letzter Minute
Tarifabschluss am Bau steht

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) hat die Verhandlungen im letzten Moment vor dem Scheitern bewahrt. Er setzte sich über ein Nein der westfälischen Zimmerer-Innung hinweg und akzeptierte den Tarifkompromiss für die 800 000 Beschäftigten der Branche. Der ZDB erklärte am Donnerstagnachmittag in Berlin, dies sei mit der IG Bauen-Agrar-Umwelt vereinbart worden.

HB BAD LIPPSPRINGE. Wie der ZDB weiter mitteilte, wurde mit der Gewerkschaft vereinbart, den „wegweisenden Abschluss“ nicht an einer Minderheit scheitern zu lassen. Der Kompromiss von Ende Juni sei unter anderem zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und der Sicherung der Arbeitsplätze „dringend erforderlich“.

Der Innungsverband des Zimmererhandwerks Westfalen hatte die Tarifverträge zuvor am Donnerstag auf einer Mitgliederversammlung mehrheitlich abgelehnt. Der Verband gehört zu sechs regionalen Verbänden, die dem Tarifkompromiss laut einer Vereinbarung mit der Gewerkschaft bis Donnerstagabend hätten zustimmen müssen. Der Verband weicht damit von seiner eigenen Erklärung ab, wonach er auch bei nur einer Gegenstimme den ausgehandelten Kompromiss nicht billigen wollte.

Der Innungsverband Westfalen erklärte, der Tarifkompromiss vom 21. Juni sei nicht akzeptabel. Die beschlossene Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden bringe keine Entlastung für die Betriebe, die vereinbarte einprozentige Lohnerhöhung sei eine "unzumutbare Belastung", die weitere Arbeitsplätze gefährde. Die Entscheidung des Baugewerbeverbands in Schleswig-Holstein steht noch aus. Die Verbände in Hessen, Thüringen, Niedersachsen und Bremen hatten zugestimmt.

Insgesamt hatten sechs regionale Arbeitgeberverbände ihrem Zentralverband bereits vor den Tarifverhandlungen das Mandat entzogen, für sie Lohnverhandlungen zu führen. Grund war der letzte Tarifabschluss, der nach einem Streik der Bauarbeiter ihrer Meinung nach zu hoch ausgefallen war. Die Gewerkschaft und die Arbeitgeberverbände des Baugewerbes und der Bauindustrie hatten deshalb Anfang Juli vereinbart, dass ohne die Zustimmung der sechs regionalen Verbände der gesamte Tarifkompromiss als für alle anderen Verbände nicht zu Stande gekommen gilt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%