Derweil haben Experten nach dem Transrapid-Unglück in Lathen am Montag mit der Auswertung der sichergestellten Unterlagen und des aufgezeichneten Funkverkehrs begonnen. Nach den bisherigen Erkenntnissen hat wahrscheinlich menschliches Versagen in der Leitstelle den Unfall mit 23 Toten und zehn Verletzten ausgelöst. Es gibt nach Angaben der Staatsanwaltschaft Osnabrück keine Hinweise auf einen technischen Defekt. Alles deute darauf hin, dass die Mitarbeiter der Leitstelle dem Transrapid am Freitagmorgen freie Fahrt gaben, obwohl ein Werkstattwagen auf der Strecke stand.
Die Magnetschwebebahn war mit 170 Stundenkilometern in den Werkstattwagen gerast und erst nach knapp 400 Metern zum Stillstand gekommen. Weitere Gutachter sollen an der Unfallstelle Untersuchungen vornehmen, teilte die Polizei am Sonntagabend mit. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Unbekannt wegen fahrlässiger Tötung in 23 Fällen. Die beiden unter Schock stehenden Fahrdienstleiter konnte die Staatsanwaltschaft noch nicht befragen.
Bei dem Unglück kamen nach Angaben der Polizei 21 Männer und zwei Frauen ums Leben. Die Todesopfer waren zwischen 40 und 66 Jahren alt. Unter ihnen waren zehn Mitarbeiter des RWE-Regionalcenters Nordhorn sowie zwei US-Bürger. Die Amerikaner hatten als Gäste eines Judoclubs aus Lathen an der Fahrt teilgenommen. Sechs Männer und vier Frauen hatten das Unglück verletzt überlebt.
Ob und wann der Betrieb auf der Teststrecke im Emsland wieder aufgenommen wird, ist offen. Die Staatsanwaltschaft hat die komplette Unfallstelle abgesperrt und beschlagnahmt. Der zertrümmerte Transrapid steht noch immer auf den Stelzen hoch oben über dem Boden.


