In NRW nur neun Spender auf eine Million Einwohner
Keine Organe für Spendenunwillige

Nur wer selbst bereit für eine Organspende ist, er soll auch im Notfall selbst Spenderorgane erhalten. Alle anderen sollten nach Meinung des Vorsitzenden der Gesellschaft für Innere Medizin, Manfred Weber, leer ausgehen.

HB WIESBADEN. Die Haltung zur Organspende sollte regelmäßig verpflichtend bei der Verlängerung des Personalausweises abgefragt werden, schlug Weber am Mittwoch in Wiesbaden vor. „Wer dabei Nein sagt, bekommt auch nichts.“

In Nordrhein-Westfalen kämen nur neun Organspender auf eine Million Einwohner. „Die Situation ist katastrophal.“ Menschen, die ihren Beitrag verweigerten, sollten auch Nachteile bei den Leistungen haben, sagte Weber. Organspende ist ein wichtiges Thema beim 111. Deutschen Internistenkongress vom 2. bis zum 6. April in Wiesbaden.

Derzeit stehen in Deutschland rund 12 000 Menschen auf der Warteliste für eine Transplantation, allein 9 500 Patienten warten auf eine neue Niere. 2004 waren in Deutschland etwa 2 000 Nieren verpflanzt worden. Die Erfolgsaussichten des Eingriffs sind nach Angaben der Gesellschaft gut: Nach einem Jahr funktionierten noch fast 90 Prozent der transplantierten Nieren.

Bei dem etwa 1,5 Millionen Euro teuren Kongress werden rund 6 000 Teilnehmer erwartet. Die seit 2004 vorgeschriebene Fortbildung für Ärzte sei ein wichtiger Schwerpunkt, sagte Weber. Neben den rein medizinischen Themen würden dabei auch gesundheitspolitische Fragen angeschnitten. So gibt es Vorträge zu Chancen und Risiken der Gentechnik, zur Förderung des medizinischen Nachwuchses und der „Wirtschaftsweise“ Bert Rürup spricht zur Finanzierung des Gesundheitssystems.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%