In Ostdeutschland
CDU will die AfD nicht als Partner

Für die AfD sind die anstehenden Landtagswahlen ein Test. Das weiß auch die CDU und beschließt, mit der Anti-Euro-Partei nicht an einem Strang zu ziehen. Die Union hat Sorgen und denkt dabei an den alten Partner FDP.
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BerlinBei den bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg richtet sich die Aufmerksamkeit nicht nur auf mögliche Verschiebungen im linken Parteispektrum zwischen SPD und Linkspartei: Ebenso aufmerksam wird verfolgt, ob die bisherige Protestpartei AfD für die CDU hoffähig werden könnte. Angefacht wurde die Debatte durch Äußerungen des CDU-Fraktionschefs im sächsischen Landtag, Steffen Flath, der nur eine Koalition mit der Linkspartei und der NPD ausschließen wollte. Zudem gab es in Brandenburg die ersten Kooperationen zwischen CDU- und AfD-Politikern auf kommunaler Ebene.

Wenige Wochen vor den Wahlen in Sachsen (30. August), Thüringen und Brandenburg (beide 14. September) bemüht sich die CDU, klare Fronten zu schaffen, um keine Wähler in der politischen Mitte zu verschrecken. Denn SPD, Grüne und Linkspartei haben bereits mögliche Koalitionen mit den Euro-Kritikern gegeißelt, die von ihnen als rechtspopulistisch eingestuft werden. Auch deshalb hatte der CDU-Bundesvorstand nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel einhellig beschlossen, dass es keine Zusammenarbeit mit der Anti-Euro-Partei geben soll. Auf keinen Fall, so die Ansage, solle das Lager rechts der Mitte nun so zersplittern wie dies auf der andern Seite mit der Linkspartei der Fall sei. Nur wenn die AfD wieder verschwinde, gebe es Hoffnung auf ein Wiedererstarken des alten Partners FDP, glaubt ein CDU-Stratege.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich ziert sich zwar, eine Koalition mit den Euro-Kritikern grundsätzlich auszuschließen. Aber der CDU-Politiker fügt im Reuters-Interview hinzu: „Sollte es zu einer Koalitionsbildung kommen, haben wir mit SPD, Grünen und FDP etliche mögliche Koalitionspartner, die bereits im Landtag sitzen. Wir haben also ausreichend Koalitionsoptionen.“ Die AfD sei im Übrigen ähnlich populistisch unterwegs wie einige andere Protestparteien. Im Mai hatte er ihre Rhetorik sogar in die Nähe der NPD gerückt. „Deshalb ist doch klar, dass eine Koalition gar nicht ginge“, heißt es in der sächsischen CDU.

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  • Die Union gehört wie Grüne und SPD mittlerweile als " Ausländische Partei" zu sehen, die kein Interesse außer ihrer eigenen hat.

    Darum rufe ich die Türken auf eine eigene AKP Deutschland auf die Beine zu stellen mit den Gedankengängen der AKP Türkei und so die heimliche Absprache mit Deutschen Parteien zu beenden.

    Millionen Deutsche werden die AKP wählen schon alleine um Grüne ,SPD etc nach hause zum arbeiten zu schicken. Denn dann sind Grün und SPD und auch Union zu nichts mehr nutze. Auf gehts,die AFD macht einfach zu wenig.

  • Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel einhellig beschlossen, dass es keine Zusammenarbeit mit der Anti-Euro-Partei geben soll. Auf keinen Fall, so die Ansage, solle das Lager rechts der Mitte nun so zersplittern wie dies auf der andern Seite mit der Linkspartei der Fall sei.(Zitat)
    Das ist nicht das Problem! Der Wähler muß und wird jene Partei "dämpfen", die den Ansprüchen der Wähler nicht entsprechen und dazu brauchen diese Oppositionsparteien, um diese "Groko-Kiste" endlich zerfallen kann. Der Zusammenschluß dann von Parteien zur Regierungsformung wird dann automatisch schon folgen. "Einheitspartei" hatten wir schon früher einmal gehabt. Na - da schauen wir mal - was der Wähler so zusammen bringen wird !

  • Wir brauchen die CDU auch nicht.
    Da hat die CDU offenbar och gar nicht dran gedacht

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