In Passau: „Oh, wie ist das schön!“

In Passau
„Oh, wie ist das schön!“

Schon im Vorfeld hatte die CSU bekannt gegeben, die Veranstaltung sei bis auf den letzten Stehplatz ausgebucht. „Das wird ein Stoiber-Festival werden“, hatte CSU-Generalsekretär Markus Söder verkündet. Die CSU-Anhänger feierten Stoiber und seine Frau mit tosendem Beifall, „Edmund“-Rufen und „Oh-wie-ist-das-schön“-Chören.

HB PASSAU. Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) würdigte die Verdienste des scheidenden bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chefs. „Wir schulden ihm großen Dank“, sagte Huber, der sich als Nachfolger Stoibers im Parteivorsitz bewirbt, unter großem Beifall bei der CSU-Veranstaltung in der Passauer Dreiländerhalle. Stoiber habe „Bayern an die Spitze in Deutschland geführt“.

Unterdessen mahnte Edmund Stoiber mehr innerparteiliche Disziplin an. Egoismus und Disziplinlosigkeit gefährdeten den singulären Erfolg der CSU, warnte der CSU-Chef. Der Einzelne reiße nichts. „Die CSU gewinnt nur als geschlossene Mannschaft.“

So hielt sich Stoiber in der Frage des künftigen Parteivorsitzenden beim Politischen Aschermittwoch bedeckt und fand in der Passauer Dreiländerhalle freundliche Worte sowohl für Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber als auch für Bundesagrarminister Horst Seehofer, die beide CSU-Chef werden wollen. Anders als Huber, der als niederbayerischer CSU-Chef traditionell die Begrüßungsansprache hielt, war Seehofer nicht nach Passau gekommen. Er wollte am Mittwochabend an einer CDU- Veranstaltung in Krefeld teilnehmen.

In seiner zum Teil sehr emotionalen Rede plauderte Edmund Stoiber aus dem politischen Nähkästchen: Russlands Präsident Wladimir Putin hätte dermaßen über die Gründe für seine Entscheidung, im Herbst seine Ämter niederzulegen gerätselt, dass er den Geheimdienst beauftragt habe die Hintergründe dafür zu entschlüsseln. Nach ein paar Tagen habe der Geheimdienst dann laut Putin mitgeteilt, dass er keine besonderen Gründe gefunden habe.

Er selbst sagte als Grund für seinen bevorstehenden Rückzug: Wer für die CSU immer da gewesen sei und alles gegeben habe für die Zukunft Bayerns, der wolle den Erfolg Bayerns nicht gefährden. Bayern sei Messlatte für die anderen Bundesländer. „Ich frage mich doch heute, hast du das Erbe des größten Sohnes der CSU, Franz Josef Strauß, gut verwaltet?“ Die rund 6 000 Zuhörer in der Dreiländerhalle antworteten im Chor mit „Ja“.

Stoiber-Kritiker hatten es in Passau nicht leicht: Mit einem Pfeifkonzert und „Pauli-raus“-Rufen ist die Fürther Landrätin und Stoiber-Gegnerin Gabriele Pauli empfangen worden. Sie reagierte gelassen auf den unsanften Empfang: Sie empfinde die Stimmung aber nicht als negativ, sondern als gemischt, sagte sie zu Journalisten. „Das sind die Stoiber-Anhänger, das ist okay.“ Pauli hatte mit ihrer Kritik wesentlich zum Rückzug von Edmund Stoiber beigetragen.

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