Industrieländer in der Pflicht
Künast fordert weitere WTO-Verhandlungen

Die Industriestaaten müssen ein starkes Interesse an einer Fortführung der Verhandlungen signalisieren, fordert Bundesagrarministerin Renate Künast (Grüne) in einem Gespräch mit dem Handelsblatt.

HB BERLIN. Gut eine Woche nach dem Scheitern der Welthandelsgespräche im mexikanischen Cancun sind am Sonntag die EU-Agrarminister in Italien mit Vertretern von Entwicklungsländern wie Brasilien und Indonesien zusammen gekommen.

Es sei gut, dass "wir unmittelbar nach Cancun wieder in Gesprächen sind". Tatsache sei, dass in Cancun noch gar nicht richtig verhandelt worden sei. Dabei sei die EU bereit gewesen, bei Exportsubventionen Zugeständnisse zu machen und Entwicklungsländern Präferenzen bei zollfreiem Marktzugang zu machen. Im Gegensatz zu Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wiecozorek-Zeul (SPD) glaubt Künast nicht, dass die Handelsgespräche in Cancun mit Themen wie Investitionsabkommen überfrachtet wurden. "

So funktionieren alle Verhandlungen: Beide Seiten sagen, ich möchte was haben", so Künast. Sie habe eher den Eindruck, dass es einige Entwicklungsländer auf ein Scheitern haben ankommen lassen wollen. In der Pflicht sieht die Grünen-Politikerin die EU bei der Reform des Zuckermarktes. Bei diesem hochsubventioniertem Markt "wird und muss sich die EU bewegen", um Entwicklungsländer partizipieren zu lassen, fordert Künast.

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