Inflation

Die Preise steigen wieder schneller

Im September stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland so stark wie lange nicht. Schuld sind vor allen viele Nahrungsmittel, die teurer sind als im Vorjahr. Andere wieder sind überraschend günstig.
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Milchprodukte wurden gegen den Trend billiger. Quelle: dpa
Verbraucherpreise

Milchprodukte wurden gegen den Trend billiger.

(Foto: dpa)

BerlinDie Verbraucherpreise in Deutschland sind im September so stark gestiegen wie seit knapp anderthalb Jahren nicht mehr. Waren und Dienstleistungen kosteten durchschnittlich 0,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag nach endgültigen Berechnungen mitteilte. Das ist der höchste Wert seit Mai 2015. Im Juli und August lag die Inflationsrate noch bei 0,4 Prozent. Sie bleibt aber weit unter dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die Werte von knapp unter zwei Prozent als ideal für die Konjunkturentwicklung ansieht. Der Bundesregierung zufolge rückt diese Marke im kommenden Jahr in Sichtweite: Dann sollen die Preise nach ihren Prognosen um durchschnittlich 1,6 Prozent steigen.

„Dämpfend auf die Gesamtteuerung wirkte im September wie bereits in den Vormonaten - die Preisentwicklung von Energie“, erklärten die Statistiker. Sie kostete 3,6 Prozent weniger als im September 2015. Allerdings waren die Preise im Vormonat noch fast doppelt so kräftig gefallen. Kraftstoffe wie Benzin verbilligten sich diesmal um 3,5 Prozent, Heizöl um 12,5 Prozent, Fernwärme um 8,1 Prozent und Gas um 3,2 Prozent. Strom verteuerte sich hingegen um 0,7 Prozent.

Öl steigt weiter, Erdgas schmiert ab
Platz 18: Lebendrind
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So neugierig das Rind auch schaut, sein Wert an der Börse sinkt: Um 15,37 Prozent fielen die Erträge für Lebendrind seit Beginn des Jahres laut „Thomson Reuters/Jeffries CRB Index“ (RJ/CRB-Index). Der Index umfasst 19 verschiedene Futures, die an Warenterminbörsen gehandelt werden, und gilt als Indikator für die zukünftige Entwicklung der Inflation oder die Kostenentwicklung in der Industrie.

Platz 17: Orangensaft
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Gut für Gesundheitsbewusste: Der Orangensaft entwickelt sich zum Preisschlager. Seit Jahresbeginn haben die Preise um 11,04 Prozent nachgegeben.

Platz 16: Erdgas
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Der Verbraucher merkt es meist erst viel später – wenn überhaupt. Doch die Gaspreise sind seit Anfang des Jahres um 9,63 Prozent gesunken. Viele Experten rechnen jedoch mit einem langfristigen Anstieg des Preises, vor allem wegen schwindender Erdölreserven.

Platz 15: Kaffee
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Vom Luxusprodukt zum Alltagsgut: Auch Kaffee wird immer günstiger. Seit Jahresbeginn sanken die Preise zwar weniger stark als bei Lebendrind und Orangensaft – aber immerhin noch um 4,1 Prozent.

Platz 14: Kakao
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Nahezu preisgleich geblieben ist der Kakao – mit einem Rückgang von lediglich 0,12 Prozent seit Januar 2016.

Platz 13: Baumwolle
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Nur leicht teurer wurde dagegen Baumwolle. Der Rohstoff, der vor allem im China, Indien, den USA und Pakistan angebaut wird, verteuerte sich seit Jahresbeginn um 0,76 Prozent.

Platz 12: Weizen
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Er ist das am dritthäufigsten angebaute Getreide der Welt: der Weizen. In vielen Ländern wird er als Brotgetreide verwendet und gilt damit als Grundnahrungsmittel. Seit Januar hat sich der Rohstoff um 1,76 Prozent verteuert.

Die Preise für Nahrungsmittel zogen um 0,4 Prozent an. Deutlich teurer als ein Jahr zuvor waren beispielsweise Butter (+12,0 Prozent) und Olivenöl (+9,4). Höhere Preise gab es auch für Obst (+3,5) sowie Fisch und Fischwaren (+3,1). "Deutlich weniger bezahlen mussten die Verbraucher für Molkereiprodukte", betonte das Statistikamt. Quark war für 17,8 Prozent weniger zu haben, H-Milch für 11,7 Prozent weniger. Dienstleistungen und Wohnungsmieten verteuerten sich jeweils um 1,3 Prozent.

  • rtr
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2 Kommentare zu "Inflation: Die Preise steigen wieder schneller"

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  • Wenn man doch Inflation haben will, dann könnten doch einfach mal die Steuern erhöht werden, die Abgaben für Behördenleistungen etc. Die Mineralölsteuer würde sich anbieten und ich hätte da noch einige andere Ideen...

    Kann man somit sagen, daß die Ölscheichs an allem Schuld sind? Letzendlich führten ja die sinkenden Energiepreise zu der Deflation maßgeblich bei! Da hätte der Staat ja auc gleich durch eine vorübergehende Anhebung der Mineralölsteuer dierkt gegenwirken können.

    Wir auch immer. Wenn die Zinsen auf 0 sinken, dann bedeutet es doch, daß die Kapitalkosten entfallen und somit die Preise gesenkt werden könnten. In dem Moment wo Geld wieder etwas kostet, die Zinskosten gewissenmaßen, wird die Inflation ceteris-paribus auch wieder anspringen.

    Früher hätte man vonden Zinsen einer großen Lotoogewinnes leben können, daß ist heute einfach nicht möglich. Und so erinnere ich mich an mein erstes Semester BWL: Geld ist eine ILLUSION...!!!!!

  • Draghis zuverlässigste Verbündete im Kampf um höhere Preise: steigende Ölpreise und starke Lohnerhöhungen. Wenn die EZB eines Tages ihre „Erfolgsbilanz“ einer deutlich sichtbaren Inflation vorlegen kann, wird man sehen, ob sie dann die geldpolitischen Zügel wieder anzieht oder lediglich neue Argumente für weitere Geldfluten vorträgt.

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