«Informationen waren nicht brauchbar»
US-Terrorexperte Clarke kritisiert deutsche Geheimdienste

Der US-Terrorexperte Clarke hat die Arbeit der Geheimdienste deutscher und anderer europäischer Länder kritisiert. Diese hätten zu Irak keine brauchbaren Informationen geliefert, sagte er.

HB BERLIN. US-Terrorexperte Richard Clarke ist mit den Geheimdiensten der Nato-Partner nicht zufrieden. Verlass sei nur auf die Briten, sagte Clarke dem Handelsblatt. «Wenn ich wissen wollte, was im Irak vor sich geht, wären die letzten, die ich gefragt hätte, die Deutschen oder Franzosen gewesen.»

Die USA hätten zwar regelmäßig Informationen erhalten, sagte der Sicherheitsexperte. «Aber brauchbar waren sie nicht.» Clarke war früher in der US-Regierung verantwortlich für Terrorbekämpfung, 2003 schied er aus Protest gegen den Irak-Krieg aus dem Amt.

Er fügte hinzu: «Falls ich Informationen bräuchte, würde ich mich an Großbritannien, Jordanien, an Marokkaner oder Türken wenden, aber nicht die traditionellen Nato-Partner.»

Mängel sieht Clarke vor allem bei den Auslandsgeheimdiensten der Europäer. Diese seien finanziell zu schlecht ausgestattet. Wer heute vernünftig Informationen sammeln und auswerten wolle, brauche über Jahre erhebliche Geldsummen etwa für den Aufbau von Organisationen und elektronisches Gerät, so Clarke. «Heute ist Aufklärung nicht mehr billig zu haben. Wir sind nicht mehr im 19. Jahrhundert, wo man wie der damalige britische Geheimdienst Aufklärung aus einem Büro in London betreiben konnte.»

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