Ingenieurnachwuchs
Schnuppern im Betrieb ist obligatorisch

In Erkrath versuchen Unternehmen mit den „Naturwissenschaftlichen Wochen“ Gymnasiasten zu ködern. Sie öffnen ihre Labore und Fabrikhallen, um den potentiellen Nachwuchs für Technik zu begeistern. Und das Projekt zeigt erste Erfolge.

ERKRATH. Bei Unternehmer Georg Heinen dreht sich alles um Walzen. Walzen in schwarzen, blauen und weißen Mänteln, die ihren Dienst in Maschinen der Druck-, Textil oder Papierindustrie tun, liegen auf dem Hof der Mitex Gummifabrik Hans Knott GmbH in Erkrath. Firmen aus Vilnius, Sheffield oder Hamburg bringen sie in die nordrhein-westfälische Kleinstadt, wo ihr Funktionsmantel aus Gummi, Silikon, Vlies, Teflon oder Keramik wiederhergestellt wird. Ursprünglich hatte der Biochemiker Heinen Hochschullehrer werden wollen. Der Forscherdrang und die Lust, junge Leute an Naturwissenschaften heranzuführen, sind dem 45-Jährigen geblieben. Und so hat er seit 1992, als er die Firma seines Schwiegervaters übernahm, eine Entwicklungsabteilung aufgebaut, wo neue Rezepturen für individuelle Walzenkleider entstehen.

Erkraths Schüler verdanken Georg Heinens Affinität zur Forschung die „Naturwissenschaftlichen Wochen“. Denn der begeisterte Naturwissenschaftler und Tüftler konnte nicht still zusehen, wie die Immatrikulationszahlen in naturwissenschaftlichen und technischen Fächern an vielen Universitäten sanken. Seit fünf Jahren ist der Crash-Kurs in Sachen Technik und Naturwissenschaften für die Zehntklässler der beiden Erkrather Gymnasien obligatorisch.

200 Schülerinnen und Schülern lernen jedes Jahr zwei Wochen lang die Unternehmen der Stadt kennen und besuchen naturwissenschaftliche Vorlesungen und Labore an den nahe gelegenen Universitäten Düsseldorf und Wuppertal. Im Unterricht bereiten sie die Inhalte vor und ziehen Bilanz. Mit großem Erfolg: Fast ein Drittel mehr Schüler wählt jetzt in der Oberstufe naturwissenschaftliche Fächer. Zudem kommen immer Leistungskurse in Physik und Chemie zustande, seitdem die Gymnasien Kooperationskurse anbieten.

Die „Naturwissenschaftlichen Wochen“, die auch Anfang nächsten Jahres wieder starten, sind eines der Kernprojekte von „Erkrath Initial“. So heißt die regionale Initiative, die Heinen und seine Unternehmerkollegen Hasso von Blücher und Jürgen Schumacher vor fünf Jahren gründeten. Heinen ist bis heute ihr Vorsitzender; inzwischen zählen 50 weitere Betriebe und viele Bürger zu den Mitgliedern. Der Verein engagiert sich für Bildung und Kultur, organisiert und finanziert Sportevents wie „Erkrather Kinder in Bewegung“ oder Business-Englisch-Kurse an den Schulen.

Seite 1:

Schnuppern im Betrieb ist obligatorisch

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%