Initiative der Regierung im Grandsatz begrüßt
SdK will Vorstandsgehälter nicht gesetzlich deckeln

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hat in der Diskussion um die Offenlegung von Vorstandsgehältern die angedrohte Gesetzesinitiative der Bundesregierung begrüßt. Allerdings halten die Aktionärsvertreter eine gesetzliche Regelung zur Deckelung der Vorstandsbezüge für falsch.

HB FRANKFURT. Um das Vertrauen der Anleger in den Kapitalmarkt zu stärken, forderten sie zudem eine persönliche Haftung von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern bei falschen Kapitalmarktinformationen.

Die Managementvergütungen seien in den vergangenen Jahren im Verhältnis zum Jahresüberschuss vielfach überproportional gestiegen und hätten in einigen Fällen Größenordnungen erreicht, die für die Aktionäre nicht mehr akzeptabel seien, sagte SdK-Vorstand Willi Bender am Dienstag in Frankfurt. Der im „Corporate Governance Kodex“ geforderte individuelle Ausweis der Vorstandsbezüge werde nur von einem Drittel der im Deutschen Aktienindex (Dax) gelisteten Unternehmen erfüllt. Bender forderte deshalb die Bundesregierung auf, „eine gesetzliche Verpflichtung zur Veröffentlichung aller Vergütungsbestandteile zu schaffen.“

Allerdings hält die SdK eine gesetzliche Regelung der Höhe der Vorstandsbezüge für grundlegend falsch. Statt dessen sollten die Eigentümer der Aktiengesellschaften jährlich in der Hauptversammlung über die Vergütung der Vorstände abstimmen, sagte Bender. Die Bundesregierung hat der Wirtschaft eine Frist bis Sommer 2005 gesetzt, um auf Basis ihres freiwilligen „Corporate Governance Kodex“ die Vorstandsgehälter offen zu legen. Falls es bei der ablehnenden Haltung bleibe, will der Gesetzgeber handeln. Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) gab am Montag der Wirtschaft sogar nur bis zum Herbst dieses Jahres Zeit, sonst werde sein Land eine entsprechende Gesetzesinitiative ergreifen.

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