Initiative im Bundesrat: Grüne setzen sich für Doppel-Pass ein

Initiative im Bundesrat
Grüne setzen sich für Doppel-Pass ein

Deutsch und türkisch, deutsch und polnisch – doppelte Staatsangehörigkeiten sind hierzulande nicht vorgesehen. Noch, denn die Debatte läuft. Die Grünen wollen schon vor den Bundestagswahlen darüber abstimmen lassen.
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BerlinDie Grünen wollen den Optionszwang für Kinder von Zuwanderern schon vor der Bundestagswahl zur Abstimmung bringen. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast kündigte in der Zeitung „Die Welt“ vom Montag eine Initiative im Bundesrat an, um den sogenannten Doppel-Pass zu erleichtern. „Doppelte Staatsangehörigkeiten sind Ausdruck der Vielfalt und Offenheit unserer Gesellschaft“, sagte Künast. Der CDU/CSU warf sie in diesem Zusammenhang rückwärtsgewandtes Denken vor.

Bisher können in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern zwar die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten; sie müssen aber bis zu ihrem 23. Geburtstag ihre ausländische Staatsangehörigkeit abgelegt haben, sonst verlieren sie das Recht auf einen deutschen Pass. „Der Optionszwang ist eine Zumutung und innere Zerreißprobe für die betroffenen jungen Menschen“, sagte dazu Künast.

Am Wochenende hatte auch SPD-Chef Sigmar Gabriel angekündigt, seine Partei wolle im Fall eines Wahlsiegs die doppelte Staatsangehörigkeit ermöglichen. Dies werde eines der ersten Projekte einer rot-grünen Bundesregierung sein. Aus der Union wurde eine Abkehr vom Optionszwang dagegen erneut abgelehnt. Dagegen hatte sich kürzlich auch Bundesjustizministern Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) dafür ausgesprochen, doppelte Staatsbürgerschaften zu erleichtern.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Bin auch für einen Volksentscheid!

    Es kann nicht sein, dass ein Teil im Land zwei Pässe besitzt und die anderen nicht! Wer sich nicht für dieses Land entscheiden kann, obwohl er hier geboren wurde, braucht keine zwei Staatsbürgerschaften!

  • Die Parteien verkaufen ohne Hemmung deutsche Interessen für Wählerstimmen. Für Viele ist der Austausch der Bevölkerung ein Weg das Land umzugestalten und neue Wähler zu gewinnen. Man spricht
    nicht darüber. Man macht es. Das ist erlaubt. Das ist Demokratie
    und innerhalb es GG. Es gibt keine Partei dagegen in D.
    Der Niedergang dadurch ist langsam. Jungen Leuten kann man nur empfehlen auszuwandern.

  • GG; "...alle Macht geht vom Volke aus..".
    Wie wäre es mit einem Volksentscheid und nicht mit einer Kungelei der Volkstreter.

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