Initiative von Sigmar Gabriel
Koalitionspolitiker befürworten „Bündnis für Industrie“

Bundeswirtschaftsminister Gabriel hat sich mit BDI-Präsident Grillo und IG-Metall-Chef Wetzel getroffen, um die Grundzüge für ein „Bündnis für Industrie“ zu definieren. Aus der Koalition kommt Zustimmung.
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DüsseldorfDas von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) angeregte „Bündnis für Industrie“ stößt auf Zustimmung. „Wir brauchen einen neuen Industrie-Konsens in Deutschland, das heißt: mehr Akzeptanz für Innovationen, industrielle Produktion und Infrastruktur“, sagte SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil dem Handelsblatt (Montagsausgabe).

Dazu bedürfe es „einer gemeinsamen Anstrengung von Unternehmen, Gewerkschaften und Politik“. In Europa sei das Streben nach einer Re-Industrialisierung groß, gleichzeitig nehme aber in Deutschland das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung der Industrie ab, beklagte Heil.

Gabriel hatte sich nach Informationen des Handelsblatts aus Teilnehmerkreisen bereits am Dienstag vergangener Woche mit BDI-Präsident Ulrich Grillo und IG-Metall-Chef Detlef Wetzel getroffen, um die Grundzüge für ein „Bündnis für Industrie“ zu definieren. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des produzierenden Gewerbes zu erhalten und zu steigern.

Aus dem Umfeld der Beteiligten hieß es, die Gespräche zwischen Politik und Industrie müssten zielgerichteter und verbindlicher als bislang werden. Im Ministerium gibt es konkrete Vorstellungen zur Arbeit des Bündnisses. In einem Papier des Ministeriums heißt es, man müsse „überprüfbare Verabredungen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit“ treffen und „Strategien zur weiteren internationalen Marktdurchdringung“ entwickeln.

Unionsfraktionsvize Michael Fuchs begrüßt Gabriels Initiative grundsätzlich zwar auch. Er hat aber Zweifel an den Erfolgsaussichten. „Ich freue mich, wenn sich Wirtschaftsminister Gabriel für die Industrie starkmachen will. Es darf aber keinesfalls wie beim Bündnis für Arbeit zu einer Plauderstunde ohne Ergebnisse verkommen“, warnt Fuchs.

Der CDU-Wirtschaftspolitiker weiß, wovon er spricht: An den Gesprächen zum Bündnis für Arbeit, das der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ins Leben gerufen hatte, hatte Fuchs teilgenommen. „Die Gespräche zum Bündnis für Arbeit haben am Ende keiner Seite etwas gebracht“, resümierte Fuchs.

Er appellierte an Gabriel, sich schon heute für die Belange der Industrie einzusetzen, indem er beispielsweise Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) bremst, die Belastungen für die Wirtschaft plant, um die Klimaschutzziele zu erreichen. „Dafür braucht es kein Bündnis. Gabriel muss nur handeln“, sagt der Unionspolitiker.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Initiative von Sigmar Gabriel: Koalitionspolitiker befürworten „Bündnis für Industrie“"

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  • „Bündnis für Industrie“ haben wir seit ROT/GRÜN doch bereits, den hochgelobten kranken, perversen Lobbyismus !

    Es kann doch keiner glauben, Wachstum könnte stetig und ewig Global wachsen, ohne geduldete, ja gewollte Katastrophen.

    WIR können nicht einmal Produktionslinien aufgeben, wo Produkte entstehen, die wir kurzfristig und sinnlos wegwerfen werden.

    Denn dann würden weltweit viele Millionen Arbeitnehmer arbeitslos werden, während die Nichtgeborenen arbeitslos die Welt erblicken werden.

    Wachstum kann nicht die Rettung sein, sie ist die Ursache der Probleme und Katastrophen, die wir jeden Tag auf der ganzen Welt durch die Medien oder persönlich erfahren.

    Für eine neue Wirtschafts- und Gesellschaftsform scheinen wir Menschen noch nicht reif genug zu sein.

    Unser Planet hat nur eine begrenzte Kapazität, die wir Erdenbewohner zur Verfügung haben und gehen mit den Ressourcen
    schändlich um, als ob diese nicht endlich wären !!!

    Kranke, gierige Welt !

  • Und was Herr Gabriel und was will die Wirtschaft?
    Noch mehr Billigarbeitsplätze?
    Alo Gabriel soll doch erst einmal auch benennen, as er und was die Wirtschaft sich unter so einem Bündnis vorstellen

  • Wann kommt das Bündnis für eigene Bürger, Rentner, Erzieher, Kinder usw.???

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