Initiative zur „Außenwissenschaftspolitik“
Deutsche Schulen und Universitäten für die Welt

Die Bundesregierung stockt den Etat für auswärtige Kultur- und Wissenschaftspolitik um zehn Prozent auf. Mit dem Wettbewerb um die klügsten ausländischen Köpfe reagiert die Regierung auf Forderungen der Wirtschaft, ausländische Eliten dauerhaft an Deutschland zu binden.

BERLIN. Mehr deutsche Schulen und Universitäten im Ausland sowie mehr Stipendien für ausländische Schüler und Studenten – mit einer breit angelegten Initiative will die Bundesregierung in den weltweiten Kampf um Nachwuchskräfte ziehen. Dazu werden in diesem Jahr nicht nur die Ausgaben für die auswärtige Kultur- und Wissenschaftspolitik kräftig erhöht. Deutsche Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sollen künftig im Ausland stärker gemeinsam auftreten.

Damit reagiert die Politik auf Forderungen der Wirtschaft, die seit langem warnt, Deutschland müsse stärker um Nachwuchs aus dem Ausland kämpfen. Denn aus demographischen Gründen wird es immer schwerer werden, den Bedarf an hochqualifizierten Kräften aus dem Inland zu decken, warnen der Deutsche Industrie und Handelskammertag (DIHK), der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI), aber auch die deutschen Wissenschaftsorganisationen. International hat zwischen den Industriestaaten längst ein Rennen um die besten Köpfe eingesetzt.

Vor allem US-Universitäten sind seit Jahren dabei, in Wachstumsmärkten Ableger zu gründen. Dies sichert ihnen Einnahmen aus Studiengebühren. Die Ableger sind aber auch zum Pool für den wissenschaftlichen Nachwuchs geworden. Zudem wird das amerikanische Curriculum verstärkt ins Ausland übertragen, was guten Studenten und Nachwuchskräften anschließend den Umzug in die USA erleichtert. Deutsche Universitäten hinken bei diesen Ausgründungen bisher hinter her.

Heute soll im Außenministerium deshalb der Startschuss für eine neue Initiative zur „Außenwissenschaftspolitik“ gegeben werden. Neben Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) nehmen daran Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) sowie die Chefs der wichtigsten deutschen Wissenschaftsorganisationen teil. Der Kulturetat des Auswärtigen Amtes, in dem die meisten Aktivitäten gebündelt sind, wird zum dritten Mal in Folge erheblich angehoben – diesmal um 10,3 Prozent auf 726 Millionen Euro.

Die Außenwissenschaftspolitik ist dabei bereits der dritter Teil einer großangelegten Strategie, die das deutsche Auftreten in der Welt insgesamt stärken soll. So waren in dieser Legislaturperiode in einem ersten Schritt zunächst der Ausbau der Goethe-Institute, des Auslandssenders „Deutsche Welle“ und der deutschen Sprachausbildung angegangen worden. Vor allem in den Schwellenländer verzeichnen die Kulturinstitute mittlerweile eine erhebliche Nachfrage nach Deutsch.

Um ausländische Eliten dauerhaft an Deutschland zu binden, werden in einem zweiten Schritt die deutsche Auslandsschulen massiv ausgebaut. Denn immerhin ein Viertel der Absolventen kommt später zum Studium nach Deutschland.

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