Innenminister nennt Verhalten inakzeptabel: Bayern greift im Fall Mollath die HVB an

Innenminister nennt Verhalten inakzeptabel
Bayern greift im Fall Mollath die HVB an

Gustl Mollath hat der Hypovereinsbank Schwarzgeld-Geschäfte unterstellt. Aber wer glaubt einem Gemeingefährlichen? Der Fall dreht sich, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann macht nun dem Institut schwere Vorwürfe.

MünchenBayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat das Vorgehen der Hypovereinsbank (HVB) im Fall des Nürnbergers Gustl Mollath heftig kritisiert. Herrmann sagte am Sonntag im Bayerischen Fernsehen, er wolle zwar "jetzt keine strafrechtlichen Vorwürfe erheben". Aus ethisch-moralischer Sicht liege aber "ein völlig inakzeptables Verhalten der Bank" vor.

Mollath hatte unter anderem Schwarzgeld-Geschäfte bei der Hypovereinsbank angeprangert, landete aber wegen angeblicher Gemeingefährlichkeit in der Psychiatrie. Herrmann verwies nun darauf, dass die Bank schon frühzeitig von der Richtigkeit zumindest eines Teils der Vorwürfe wusste. Dies habe sie aber seinerzeit dem im Fall Mollath zuständigen Gericht nicht mitgeteilt. Am Freitag kündigte Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) nach heftigen Attacken der Opposition an, den Fall neu aufrollen lassen.

Herrmann kritisierte: "Das ist ein starkes Stück." Notwendig sei nun insgesamt eine Überprüfung des Falls: "Ein anderes Gericht, andere Richter, andere Gutachter schauen sich das jetzt noch einmal unvoreingenommen an." Die Rücktrittsforderungen aus der Opposition an Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) wies Herrmann jedoch als "völlig absurd" zurück.

Unterdessen pocht Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) auf eine rasche Überprüfung der umstrittenen Einweisung Mollaths in die Psychiatrie. Dies sei auch im Interesse der Glaubwürdigkeit der Justiz, mahnte Seehofer am Wochenende.

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Justiz darf keinen Schaden nehmen

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