Innenstadt-Umbau
Düsseldorf macht sich für neue Firmen hübsch

Mit dem „Kö-Bogen“ will die Stadt Düsseldorf eine Brücke in die Zukunft schlagen: Die neuen Büroflächen und Ladenlokale sollen die schuldenfreie Landeshauptstadt für den Wettbewerb der Kommunen rüsten und die Innenstadt für neue Firmen interessant machen.
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DÜSSELDORF. Das Timing könnte für Düsseldorf kaum besser sein. Wenn der „Freedom Tower“ in New York am Ground Zero im Jahr 2013 vollendet ist, wächst aller Voraussicht nach das internationale Interesse an weiteren spektakulären Entwürfen des US-amerikanischen Star-Architekten Daniel Libeskind. Düsseldorf hat einen zu bieten: Der „Kö-Bogen“, der die Düsseldorfer Innenstadt ab 2014 komplett verändern soll, ist Libeskinds Idee. Das Areal soll die Landeshauptstadt rüsten für den zunehmenden Wettbewerb der Städte.

Das perfekte Timing könnte Marcel Abel in die Karten spielen: Der Leiter des Düsseldorfer Büros von Jones Lang LaSalle kümmert sich um die Vermarktung der Büroflächen und Ladenlokale des Kö-Bogens. Mit dem Spatenstich am 17. August begann das 300 Mio. Euro teure Bauvorhaben. Nicht von ungefähr gilt es als ambitioniertes „Jahrhundertprojekt“: Im Herzen Düsseldorfs entsteht ein sechsgeschossiger Komplex mit 36 000 Quadratmetern für Einzelhandel, Gastronomie und Büros. Mit „hängenden Gärten“ an den Fassaden aus weißem Naturstein und mit Solaranlagen auf den Dächern will Libeskind den Hofgarten wie eine grüne Linie mit den Gebäuden verbinden.

„Mit dem Kö-Bogen wird nach jahrzehntelangem Stillstand endlich der Schandfleck Jan-Wellem-Platz beseitigt“, sagt Udo Siepmann, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf. Die hässliche Hochstraße, bekannt als „Tausendfüßler“, wird abgerissen. Künftig verschwinden die Autos in einem Tunnel, sodass die Innenstadt von oberirdischen Verkehr befreit wird. Die Gleise der Straßenbahn sind ebenfalls nicht mehr zu sehen, weil etwa zeitgleich mit der Fertigstellung des Kö-Bogen eine neue U-Bahn-Linie ihren Betrieb aufnimmt, die auf 3,4 Kilometern unter der Rheinmetropole verläuft.

Damit nicht genug: Auch das innerstädtische Areal zwischen Hofgarten, Jan-Wellem-, Schadow- und Gustav-Gründgens-Platz sollen in neuem Glanz erstrahlen. Für den sogenannten Kö-Bogen 2 hatte die Stadt einen zweiten Architekturwettbewerb ausgelobt. Hier setzte sich der Entwurf des spanischen Architekten Juan Pablo Molestina und der Düsseldorfer Landschaftsarchitekten FSWLA durch. Sie planen neben viel Wasser und Grün eine 400 Meter lange Fußgängerpromenade, die schon als rheinische Rambla im Stile des Boulevards in Barcelona gehandelt wird. Gesäumt ist die Promenade mit Platanen. „All dies macht die Innenstadt sowohl für Besucher, sei es zum Bummeln oder zum Einkaufen, und auch für Büros attraktiver“, sagt der IHK-Hauptgeschäftsführer. Es helfe der Einkaufsmetropole im Standortwettbewerb, „ihre herausragende Position zu wahren und auszubauen“.

Als der Stadtrat grünes Licht für den Verkauf des Grundstücks auf dem Jan-Wellem-Platz an das ausführende Unternehmen Developer Projektentwicklung für 52,8 Mio. Euro gegeben hatte, nannte Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers den Entwurf ein architektonisches Highlight. Es setze „bei den vielfältigen Investitionen in Düsseldorf ein weiteres deutliches Zeichen für die Konjunktur“. Etwa zeitgleich zogen auf der Kö, die noch immer eine der teuersten Einzelhandelsadressen weltweit ist, die Investitionen an. „Diese traditionell bei nationalen und internationalen Einzelhandelsmietern gefragte Lage weckt momentan verstärkt das Interesse der Käufer“, beobachtet Bodo Dicke, Berater in der Düsseldorfer Niederlassung von BNP Paribas Real Estate. Einige Entwicklungen führten in dieser exklusiven Lage zu einem überdurchschnittlichen Investmentgeschäft in diesem Sommer. So war auch in den neu eröffneten Breidenbacher Hof ein Fünf-Sterne-Hotel eingezogen, flankiert von einigen exklusiven Marken.

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