Innovationsdialog
Merkels Berater wollen Start-ups stärker fördern

Deutsche Startups haben trotz guter Ideen oft massive Finanzierungsproblem. Im "Innovationsdialog" mit Kanzlerin Merkel werben Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft für eine bessere Förderung.
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BerlinDeutschland Top-Berater aus Wirtschaft und Wissenschaft schlagen beim "Innovationsdialog" mit Kanzlerin Merkel Alarm. Junge, innovative Unternehmer haben oft massive Schwierigkeiten, genügend Geld für den Schritt auf den Markt einzusammeln. Die Folge: "das Gründungsgeschehen in Deutschland ist im internationalen Vergleich schwach - und zudem seit Mitte der 1990er Jahre rückläufig", heißt es im Papier, das Merkels Berater mit in die Sitzung nehmen und das dem Handelsblatt vorliegt. 

Darin fordern sie eine Ausweitung der staatlichen Förderung von Innovatoren, etwa in den Programmen Exist und VIP. Der schon von Bundeskanzler Gerhard Schröder eingerichtete High-Tech-Gründerfonds müsse nicht nur weiter geführt  werden - künftig müssten sich daran neben dem Bund auch mehr Großunternehmen aus Industrie und Finanzwirtschaft beteiligen.

Um den Markt für Wagniskapital zu beflügeln müssten dringend dessen gesetzliche Rahmenbedingungen angepasst werden. 

Je forschungsintensiver ein junges Unternehmen ist, desto mehr ist es auf Wagniskapital und öffentliche Hilfe angewiesen, weil sie die hohen Kosten weniger als andere aus privaten Mitteln oder Krediten decken können, heißt es in dem Papier. Doch der Markt für Beteiligungskapital in Deutschland führt ein Schattendasein: In Israel etwa ist das Angebot gemessen Bruttoinlandsprodukt 18 mal so hoch, in Großbritannien 12 mal. In den USA gibt es 20 mal mehr Business-Angels pro eine Million Einwohner als hier zu Lande. 

Neben SAP-Chef  Henning Kagermann, der auch Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech) ist, gehören 14 weitere Berater zu dem exklusiven Club, den Angela Merkel erst im Herbst 2010 neu aufgestellt hat. Anlass war der Korruptionsskandal um Ex-Siemens-Chef Heinrich von Pierer, der zuvor den "Rat für Innovation" der Kanzlerin geleitet hatte. Zur neuen Runde zählen Daimler-Chef Jürgen Zetsche, Boehringer Ingelheim-Chef Andreas Barner, RWE-Chef Jürgen Großmann,  der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft Hans-Jörg Bullinger und VDMA-Präsident Manfred Wittenstein. 

Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Innovationsdialog: Merkels Berater wollen Start-ups stärker fördern"

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  • Mehr Geld? Man sollte einmal prüfen, ob die Rigiditäten, die durch den Staat aufgestellt wurden, nicht in viel höherem Maße die start-ups behindern.

  • Henning Kagermann ist schon seit einiger Zei nicht mehr "SAP-Chef".
    Er hat Ende Mai 2009, also vor gut 2 Jahren, die SAP verlassen.

  • "das Gründungsgeschehen in Deutschland ist im internationalen Vergleich schwach - und zudem seit Mitte der 1990er Jahre rückläufig"
    Warum wohl? Weil seit Anfang der 90er die Kreditvergabebereitschaft der Banken einen Rididitätsschub erfahren haben und noch weniger Interesse an der Förderung von Startups entwickelten.
    "Rückläufig" bedeutet wohl nicht: weil niemand wollte, sondern weil niemand sollte...

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