Innovationskraft
Patente sind in Deutschland dicht gesät

In der Innovationskraft gehört Deutschland zur Weltspitze. Kaum ein große Industrieland kann einer derartig Dichte an Patenten vorweisen. Baden-Württembergs Tüftler kommen bei der Innovationsintensität weltweit sogar auf Rang vier. Gleichwohl warnen Forscher vor Euphorie.

BERLIN. Allem Gejammer um den Forschungsstandort zum Trotz: Weltweit relevante Patente sind in Deutschland so dicht gesät wie sonst nur in wenigen kleinen Ländern. In der jüngsten Auswertung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) schafft es die Bundesrepublik bei den Weltmarktpatenten pro Million Einwohner international auf Platz fünf. Noch günstiger ist das Verhältnis nur in Finnland, Schweden, der Schweiz und Dänemark.

Innerhalb Deutschlands macht dabei wieder einmal Baden-Württemberg seinem Ruf als Tüftlerregion alle Ehre: Beim Vergleich von rund 330 Regionen in 28 OECD-Ländern kommt der deutsche Südwesten mit 390 Patenten pro Million Schwaben und Badenern sogar auf Platz vier. Das wird jedoch weit übertroffen von der Ostschweiz, wo viele Pharmaunternehmen ihren Sitz haben: Dort kommen auf eine Million Einwohner sogar 537 Patente. Es folgen der Südteil der Niederlande sowie der US-Bundesstaat Massachusetts, Heimat der berühmten Technischen Hochschule MIT. Der Freistaat Bayern liegt mit 307 Patenten auf Platz zwölf, Rheinland-Pfalz, die Heimat von BASF, auf Rang 25 und Hessen auf Rang 27. Basis sind jeweils die Anmeldungen bei der World Intellectual Property Organisation für das Jahr 2005.

Auch absolut ist Deutschland ganz oben mit dabei: Die Anmeldung von 17 500 Weltmarktpatenten sicherte Platz drei. Unangefochtener Spitzenreiter sind hier seit Jahren die USA mit zuletzt gut 38 000 Patenten, gefolgt von Japan mit rund 20 000.

Die Spitzenplätze Deutschlands bei den Patenten stehen allerdings in eigentümlichem Kontrast zu den vergleichsweise geringen Ausgaben Deutschlands für Forschung und Entwicklung. Hier schneidet die Bundesrepublik seit vielen Jahren nur mittelmäßig ab.

Der Vorsitzende der unabhängigen Kommission Forschung und Innovation (EFI) der Bundesregierung, Dietmar Harhoff, warnt denn auch vor hochfliegenden Interpretationen der Patentzahlen und Patentintensitäten: "Ganz offensichtlich machen deutsche Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus einem Euro mehr Patente als andere Nationen. Das bedeutet aber nicht, dass diese im Schnitt auch ebenso viel wert sind", sagte der Chef des Instituts für Innovationsforschung, Technologiemanagement und Entrepreneurship an der Ludwig-Maximilian München-Universität dem Handelsblatt.

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