Insgesamt sechs Verdächtige festgenommen - 14 Kilo Sprengstoff beschlagnahmt
Polizei vereitelt Bombenanschlag auf jüdische Gemeinde in München

Bayerns Innenminister Beckstein (CSU) erklärte, die Sicherheitsbehörden hätten eines der empörendsten Verbrechen der deutschen Nachkriegszeit verhindert. Rechtsextremisten hatten einen Bomenanschlag auf das jüdische Gemeindezentrum in München geplant.

HB KARSLRUHE/MÜNCHEN. Die Bundesanwaltschaft wollte noch am Donnerstagabend die Ermittlungen gegen die festgenommenen Rechtsextremisten übernehmen, wie Behörden-Sprecherin Frauke-Katrin Scheuten in Karlsruhe mitteilte. Es gehe um den Verdacht der Mitgliedschaft in einer rechts-terroristischen Vereinigung. Die Präsidentin der Jüdischen Gemeinde in München, Charlotte Knobloch, erklärte, die israelitische Kultusgemeinde habe mit Entsetzen zur Kenntnis nehmen müssen, „dass der geplante Bombenanschlag der Neonazis der neuen Hauptsynagoge und dem Gemeindezentrum am Jakobsplatz galt“. Der Grundstein für das Zentrum sollte am 9. November in Anwesenheit von Bundespräsident Johannes Rau gelegt werden. „Wie wir aus gut unterrichteten Kreisen erfahren haben, galten die Vorbereitungen für einen mörderischen Anschlag dieser Veranstaltung“, hieß es.

Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) erklärte, die Sicherheitsbehörden hätten eines der empörendsten Verbrechen der deutschen Nachkriegszeit verhindert. Nun müsse bundesweit der Kampf gegen den Rechtsextremismus verstärkt werden.

Die Polizei hatte bei Razzien im Neonazi- und Skinhead-Milieu am Mittwoch nach eigenen Angaben 14 Kilogramm sprengstoffverdächtiges Material gefunden, davon 1,7 Kilogramm TNT. Insgesamt sechs Verdächtige waren am Mittwoch und am Donnerstag festgenommen worden, vier gehören nach Angaben der Behörden zur „Kameradschaft Süd-Aktionsbüro Süddeutschland“, einem Zusammenschluss von Neonazis und Skinheads. Damit hätten die Ermittler einen möglichen Anschlag mit rechtsextremistischem Hintergrund vereitelt, hatte es geheißen.

Eine Assistentin der Präsidentin der Jüdischen Kultusgemeinde sagte auf Anfrage, man verfüge über keinerlei Informationen, ob der Anschlag den Festakt habe treffen sollen oder aber die Gebäude. Das Zentrum soll unter anderem eine Schule, einen Versammlungssaal sowie eine Synagoge umfassen. Generalbundesanwalt Kay Nehm kündigte für Freitagmittag eine Pressekonferenz an. Die Jüdische Gemeinde wollte sich am Freitagmorgen weiter äußern.

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