Insiderverdacht: Bafin nimmt Oettinger ins Visier

Insiderverdacht
Bafin nimmt Oettinger ins Visier

Die Finanzaufsicht Bafin prüft im Zusammenhang mit der Bekanntgabe des Stellenabbaus beim Softwarekonzern SAP Verstöße gegen Rechtsvorschriften. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) die Sparpläne bereits am Vorabend der offiziellen Ankündigung durch das Unternehmen auf einem Empfang öffentlich gemacht habe.

HB FRANKFURT. Daher werde ein möglicher Insider-Handel geprüft, sagte eine Sprecherin der Behörde am Donnerstag. Zugleich untersuche die Bafin beim Softwarekonzern einen Verstoß gegen die Adhoc-Pflicht.

SAP hatte am Mittwoch den Abbau von 3000 Stellen bekanntgegeben. Nun erklärte das Unternehmen: „SAP hat bei der schwierigen Frage des erstmals in der Geschichte der SAP geplanten Stellenabbaus, der auch Deutschland betrifft, einige führende Politiker konsultiert, darunter auch den Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Günther Oettinger. SAP wird im vollen Umfang mit der Finanzaufsichtsbehörde BaFin zusammenarbeiten.“ Weiter wollte sich der Konzern nicht äußern.

Der Behördensprecherin zufolge könnte die Prüfung einige Wochen dauern. Die baden-württembergische Staatskanzlei äußerte sich nicht zu der Untersuchung. Es handele sich um ein laufendes Verfahren, hieß es lediglich. In Medienberichten wurde Oettinger mit Äußerungen von Dienstagabend zu dem geplanten Stellenabbau zitiert.

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