Institut der deutschen Wirtschaft
Vielen Beschäftigten bleibt netto mehr

Das Regierungsprogramm von Union und SPD entlastet trotz der Mehrwertsteuererhöhung viele Arbeitnehmer: Die niedrigeren Lohnnebenkosten bringen ihnen netto mehr, als sie nach der Mehrwertsteuererhöhung zusätzlich werden ausgeben müssen.

HB BERLIN. Das geht aus Berechnungen des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) für das Handelsblatt auf Basis der Konsumquoten des Statistischen Bundesamtes hervor. „Die Wirkung der Mehrwertsteuererhöhung auf den Konsum wird überschätzt“, sagte IW-Steuerexperte Winfried Fuest.

Union und SPD haben sich in ihrem Koalitionsvertrag darauf geeinigt, die Mehrwertsteuer zum 1. Januar 2007 von 16 auf 19 Prozent zu erhöhen. Im Gegenzug soll der Arbeitslosenversicherungsbeitrag um zwei Prozentpunkte sinken und der Rentenversicherungsbeitrag um 0,4 Prozentpunkte steigen. Da sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Versicherungsbeiträge teilen, stehen sich die Arbeitnehmer netto um 0,8 Prozentpunkte vom Bruttolohn besser als bisher. Diese Nettolohnerhöhung wird entgegen den Erwartungen vieler Experten nicht durch die ab 2007 höheren Preise aufgezehrt: Ein verheirateter Alleinverdiener mit zwei Kindern und einem Jahresbruttogehalt von 60 000 Euro hat unterm Strich 144 Euro mehr zur Verfügung als vorher.

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Fuest erklärte die vergleichsweise geringe Auswirkung damit, dass die größten Posten bei den Ausgaben der Arbeitnehmerhaushalte Miete und Lebensmittel seien – und dort ändert sich nichts: Mieten bleiben mehrwertsteuerfrei, und Lebensmittel werden weiterhin mit dem niedrigeren Satz von sieben Prozent besteuert – wie auch 50 weitere Produktgruppen, darunter Druckerzeugnisse, Nahverkehrstickets und Schnittblumen. Selbstständige, Rentner, Studenten und Arbeitslose spüren die Mehrwertsteuererhöhung stärker, da sie nicht von der Lohnnebenkostensenkung profitieren.

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