Institut sieht Besserung
Der Lehman-Effekt

Als Lehman vor fünf Jahren pleiteging, geriet das Bankensystem ins Wanken. Als Konsequenz haben die EU-Staaten den Finanzmärkten Zügel angelegt. Es gibt erste Erfolge, doch lassen sich damit weitere Krisen verhindern?
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BerlinDer Staat blieb stur, und Lehman Brothers brach zusammen: Nachdem Gespräche über eine Finanzspritze gescheitert waren, musste die Investmentbank wegen missglückter Spekulationen auf dem US-Hypothekenmarkt am 15. September 2008 Insolvenz anmelden. Es war der Höhepunkt der Finanzkrise. Schockwellen gingen um die Welt und bewirkten ein Umdenken bei den Verantwortlichen in Notenbank und Regierung. Von nun an griffen die USA ein, wenn ein Finanzkonzern zu kippen drohte. Und auch die Europäer zogen Konsequenzen – mit Erfolg. Teilweise zumindest.

Die internationalen Finanzmärkte sind heute weitaus besser gegen Krisen gewappnet als noch vor fünf Jahren beim Zusammenbruch der US-Bank. Zu diesem Ergebnis kommt eine an diesem Montag in Berlin vorgelegte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Demnach trägt vor allem die verschärfte Eigenkapitalrichtlinie dazu bei, dass Banken ihre Geschäfte künftig besser absichern. Das wiederum macht das Finanzsystem als Ganzes robuster. „Durch die neuen Regeln ist das Geld der Steuerzahler bei Bankenkrisen besser geschützt als bisher“, sagt IW-Chef Michael Hüther. „Jetzt kommt es darauf an, dass sich die Finanzaufsicht als Schiedsrichter nicht scheut, bei Verstößen konsequent die Rote Karte zu ziehen.“

Neben einer verbesserten Aufsicht hält Hüther eine verbesserte Eigenkapitalausstattung und einen effektiven Abwicklungsmechanismus für unabdingbar, um Bankenkrisen weniger wahrscheinlich zu machen. Die Forderungen kommen nicht von ungefähr. Denn ab 2008, dem Jahr der Lehman-Pleite, bis 2011 stellten die EU-Staaten den Banken insgesamt fast 3,2 Billionen Euro zur Verfügung – vor allem in Form von Garantien und zusätzlichem Eigenkapital.

Dass soll sich nicht wiederholen. Um staatliche Finanzhilfen, für die am Ende der Steuerzahler geradestehen muss, künftig möglichst gering zu halten oder ganz zu vermeiden, wurden die Finanzmärkte in Europa zwar bereits kräftig umgekrempelt. Allerdings sind viele Maßnahmen aus IW-Sicht noch „zu vage oder zu sanft“. Dabei brächte ein härteres und vor allem frühzeitiges Durchgreifen gegen marode Geldinstitute durchaus Vorteile.

Bislang war die Insolvenz einer Bank eine rein nationale Angelegenheit. Das führte zu Rechtsunsicherheiten – im Fall der belgischen Dexia-Bank etwa musste die Europäische Kommission erst die Vereinbarkeit des Rettungsplans mit den EU-Beihilfevorschriften prüfen. Das habe Geld und Zeit gekostet, so die IW-Experten. Dabei sei rasches Handeln in Krisenfällen wichtig. „Ein Blick auf die Euro-Staaten zeigt, dass die Finanzkrise gerade in jenen Ländern recht schnell überwunden wurde, die ihre Problembanken konsequent abgewickelt haben – wie Deutschland und Österreich“, heißt es in der IW-Studie. Die Forscher räumen allerdings ein, dass die Daten über Bankenabwicklungen nur bis 2010 reichten – in vielen Ländern sei die Krise aber auch danach noch akut gewesen.

Kommentare zu " Institut sieht Besserung: Der Lehman-Effekt"

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  • Bei allem ist es doch ein sehr kreativer Gedanke der Politiker, die Schuldner von den Gläubigern retten zu lassen.

    Um jedoch einen Bumerangeffekt zu vermeiden, sollen die Banken, soweit sie selbst Gläubiger sind, ausgenommen werden. Um diese Lücke dann zu schließen, sollen die Sparer anderer Banken Zur Haftung verpflichtet werden.

    Das ist der Zweck der Bankenunion. Über die Haftung der Sparer soll dann eine Abteilung der EZB, die für die europäische Bankenaufsicht zuständig werden soll, entscheiden. Damit wird schlichtweg der Bock zum Gärtner gemacht.

    Die Verantwortlichen sollten mal innehalten und sich Gedanken darüber machen, welchen Quatsch sie auf den Weg gebracht haben.

    Diese Vorgehensweise muss jedem, der Altersvorsorge betrieben hat und jedem der Altersvorsorge betreiben will, den kalten Schweiß auf die Stirn treiben.

    Da mag man manchen Kommentar hier interessant finden, aber den Schreibern scheint es entgangen zu sein, dass die Maßnahmen der Regierung in Zusammenarbeit mit der EU gegen sie selbst gerichtet sind. Ansonsten verstehe ich nicht, wie die zum Teil gegensätzlichen Beiträge zustande kommen.

  • Naja, Sie sollten schon genau lesen.
    Ich sprach davon, dass es sich hierbei um die Theorie handelt, wie sich Banken verhalten sollten und nicht von der Realität der großen internationalen Banken.

    Und wenn Sie schon so auf der Giralgeldschöpfung herumreiten, dann solten Sie bitte auch beachten, dass diese durch die Mindestreserveplitik der jeweiligen Zentralbank eingeschränk werden kann (IN DER THEORIE!!!)

  • es lässt sich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die banken Oberpleite sind und sich nur noch vom Geld der Sparer halten. das Labern von wie gut sie dastehen soll nur über die Wahl retten. ihr nachhaltigen Routineretter und Dauerdeppen.

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