Institute müssen Buchführung bis 2006 umstellen
DIW hat kurzfristige Liquiditätsprobleme

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ist erneut in die Schlagzeilen geraten. Das Berliner Wirtschaftsforschungsinstitut – eines der führenden sechs großen Institutionen – steckt offenbar in einer Liquiditätskrise, schreibt die Financial Times Deutschland (FTD).

DÜSSELDORF. Allerdings bestritt die DIW-Geschäftsführerin Susanne Maria Schmidt dies am Montag gegenüber dem Handelsblatt. Das Institut habe lediglich „kurzfristige Liquiditätsprobleme“. Unabhängig davon sei die Finanzlage des Instituts aber „solide“.

Erst vor einigen Wochen hatte es Wirbel um das DIW gegeben. Anlass war, dass Präsident Klaus Zimmermann den zum Jahresende auslaufenden Zeitvertrag seines Konjunkturabteilungsleiters Gustav Horn nicht verlängern wird. Teile der Instituts-Mitarbeiter beklagen den Verlust Horns, zumal dieser aus ihrer Sicht nur wegen persönlicher Meinungsverschiedenheiten und unterschiedlicher Standpunkte zur Agenda 2010 habe gehen müssen. Horn hatte das Reformwerk der SPD im Gegensatz zu Zimmermann kritisiert.

Nun berichtet die FTD über Gerüchte, das Institut begleiche Rechnungen erst nach der zweiten Mahnung und nehme Kreditlinien in „besonderem Maße in Anspruch“. Schmidt bestreitet dies. Das DIW dürfe als eingetragener Verein mit gemeinnütziger Ausrichtung überhaupt keine Kredite aufnehmen. Allerdings liefen die Einnahmen und Ausgaben über ein Kontokorrentkonto, das auch Überziehungen genehmige. Am Jahresende sei aber noch immer „eine schwarze Null“ herausgekommen, sagte Schmidt. Das DIW ist nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtet.

Auch Rolf Langhammer, Vize-Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) hält die Aufregung für übertrieben: „Alle Institute könnten Liquiditätsprobleme bekommen, da sie im Drittmittelbereich unsichere Einnahmen, aber feste Ausgabenverpflichtungen haben.“ Die Institute finanzieren sich über Bund- und Länder-Mittel sowie über Auftragsgutachten, die genannte Drittmittelforschung.

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