Integration: Kombikurse sollen Flüchtlinge für Arbeitsmarkt fit machen

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Kombikurse sollen Flüchtlinge für Arbeitsmarkt fit machen

Sie kommen nach Deutschland – und wollen schnell einen Job. Die Bundesagentur für Arbeit will per Fortbildung verhindern, dass Flüchtlinge nur das Heer der Hilfskräfte verstärken. Das Zauberwort heißt „Kombikurs“.

Nürnberg/BerlinMit neuartigen Kombikursen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) künftig anerkannte Flüchtlinge für den deutschen Arbeitsmarkt fit machen. Dabei sollen reguläre Deutsch- und Integrationskurse anders als bisher mit einer gezielten beruflichen Förderung der Asylberechtigten verzahnt werden, kündigte BA-Vorstandsmitglied Detlef Scheele im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Nürnberg an. Die BA wollte die Pläne am Donnerstag bei der Ministerpräsidenten-Konferenz in Berlin vorstellen.

Allein dieses Jahr sollen nach derzeitiger Planung rund 150.000 Flüchtlinge die bis zu einem Jahr dauernden Kombikurse absolvieren. Das neue Kursangebot soll nach Scheeles Angaben voraussichtlich in diesem Sommer starten. „Wir beginnen die Maßnahmen mit einem hohen Sprachkursanteil und ergänzenden beruflichen Elementen. Die beruflichen Anteile nehmen von Monat für Monat zu, während Sprachkursanteile nach und nach abnehmen“, erläuterte Scheele.

Dabei soll sich die Fortbildung möglichst an der beruflichen Erfahrung des jeweiligen Flüchtlings orientieren. „Ein Flüchtling, der als Maurer gearbeitet hat, sollte für eine gewisse Zeit eine Fördermaßnahme absolvieren, bei der die Kompetenzen als Maurer erfasst und erprobt werden“, sagte Scheele. Jüngere Flüchtlinge sollten zudem – aufbauend auf den Integrationskurs – später noch in speziellen 6- bis 18-monatigen Kursen auf eine Berufsausbildung vorbereitet werden. Bis ein Flüchtling eine Fachkraft sei, könne es daher schon mal bis zu fünf Jahre dauern, schätzt die Bundesagentur.

Neu ist nach Scheeles Worten aber nicht nur die Kombination aus Integrationskurs und beruflicher Fortbildung, sondern auch die Art der Kursbelegung. Hätten sich Flüchtlinge bisher selbst um einen Platz bei einem vom Flüchtlingsbundesamt (Bamf) zugelassenen Integrationskurs bemühen müssen, würden Asylberechtigte künftig von den Jobcentern direkt den Kursen zugewiesen. Die Bundesagentur wisse damit künftig genau, wo Kurse beginnen, wie viele Flüchtlinge daran teilnehmen und wie hoch die Abbrecherquote ist. Diese Transparenz habe bisher bei den Integrationskursen des Bamf gefehlt.

Bei der Auswahl der für die Kombikurse in Frage kommenden Flüchtlinge setzt die Bundesagentur auf die 24 geplanten Ankunftszentren, in denen Flüchtlinge künftig registriert werden sollen. Zwar bestünden bislang erst zwei davon – bis zum Sommer sollten sie aber alle eingerichtet sein. Dann sollen BA-Mitarbeiter in einem ersten Schritt prüfen, welches berufliche Rüstzeug die einzelnen Flüchtlinge mitbringen und welche Förderung sie benötigen. Diese Daten würden an die Jobcenter weitergeleitet, wo später genauer über den Förderbedarf der Betroffenen entschieden werde.

Druck auf den Bund für mehr Engagement bei Bildungsangeboten macht auch die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK). Deren Präsidentin Claudia Bogedan (SPD) sagte der „Rheinischen Post“ (Donnerstag): „Noch immer stehen nicht alle arbeitsmarktpolitischen Förderangebote der Bundesagentur für Arbeit allen Asylsuchenden offen.“ Ungeklärt seien auch die Unterstützungsangebote für junge Erwachsene, die nicht mehr der Schulpflicht unterliegen. Bogedan: „Vom Bund erwarten die Länder daher gerade an der Schnittstelle der beruflichen Bildung für die älteren Jugendlichen ein stärkeres Engagement. Diese Integrationskosten können nicht auch noch bei den Ländern abgeladen werden.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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